1. Samuel-03: Der neue König Saul

Gründung des Königreichs

Kapitel 8-12

 

 

Kapitel 8: Israel begehrt einen König.
Zwischen Kapitel 7 und 8 sind einige Jahre vergangen, vermutlich 30-40 Jahre. Samuel war offensichtlich verheiratet und inzwischen alt geworden. Leider entwickelten sich die Söhne Samuels negativ (V. 3). Sie waren dem Gewinn hinterher, nahmen Bestechung an und beugten das Recht.

Die Ältesten sind besorgt, weil Samuel keinen Nachfolger stellt. Sie fordern, dass er ihnen einen König einsetzt, wie das die übrigen Völker auch haben (Lev 20,26). Samuel kann das Volk nicht verstehen, das einen König begehrt wie die Heiden (Ri 8,23).

Was wäre eine bessere Lösung der Ältesten gewesen? – Sie hätten Samuel bitten können (wie 7,8-9) sich an den Herrn zu wenden und nach einer guten Lösung zu fragen. Samuel hat sich sofort an den Herrn gewandt (V. 6) und Gott hat ihm geantwortet.

Lektion:
Vielleicht stehen auch wir vor scheinbar unlösbaren Problemen. Auch wir können uns an den Herrn wenden, statt alles selbst lösen zu wollen. Auch wenn der Herr uns nicht direkt antwortet, so wird er uns trotzdem den besten Weg zeigen.

Der Herr erklärt Samuel, dass der Entscheid des Volkes nicht gegen Samuel geht, sondern sich gegen Gott als ihren einzigartigen König richtet (V. 7). Gott als Herrscher und Beschützer abzusetzen und durch einen menschlichen König zu ersetzen, war so ziemlich die dümmste Idee, die Israel je treffen konnte (Lev 20,22-26). Es war jedoch längst in Gottes Vorsehung und Plan, dass dies geschehen wird: Gen 17,15ff. (Königsgesetz in Dtn 17,14-20). Die Israeliten haben sich schon beim Auszug aus Ägypten immer wieder vom Herrn abgewandt (Ex 32; Ri 2,19; 10,10-14).

Der Herr gibt dem Begehren des Volkes nach und erklärt Samuel, dass er die Menschen aufklären und warnen soll, was das für Konsequenzen für sie hat (V. 10-22). Damit geht eine ganz besondere Zeit zu Ende, die nie mehr rückgängig gemacht werden kann. Gott hat sich von seiner direkten Leitung als König über sein Volk für immer zurückgezogen. Ab diesem Zeitpunkt wird sein Volk nur noch von fehlbaren und eigensinnigen Menschen regiert. Samuel beugt sich dem Willen des Volkes und somit auch dem Plan Gottes.

Das Volk Israel begehrte so stark nach einem König, dass alle Erläuterungen und Warnungen nichts nützten (V. 8,19). Zu diesem Zeitpunkt war den Israeliten nicht bewusst, dass ihr Begehren sie am Ende tatsächlich zu unglücklichen Sklaven machen wird. Einige gottlose Könige, die später an die Macht kamen, taten genau das, wovon das Volk gewarnt wurde (1Kön 16,23-33; 2Kön 3,1-9; 21,1-26; 24,17-20).

Wie wird Gott wohl einen König auswählen und wer wird es sein? 

Kapitel 9: Saul von Samuel zum König gesalbt.
Nicht Samuel, sondern allein Gott entschied, wer als zukünftiger König über Israel eingesetzt werden sollte (V. 16). Einen Tag, bevor Samuel auf Saul traf, offenbarte ihm Gott, dass er Saul zum Fürsten oder Herrscher über sein Volk salben sollte (V. 15). Saul war der Sohn Kisch (= Tapferkeit), aus dem kleinsten Stamm Benjamin (V. 21). Der Stamm Benjamin wurde in einem Bürgerkrieg gegen die anderen Stämme fast ausgelöscht (Ri 20,1-21,25). Saul war jung, schön und ein Kopf grösser als seine Volksgenossen (V. 2).

Hier wird Gottes kreative Führung und Überlegenheit deutlich. Der Vater Sauls schickt ihn mit einem Knecht auf die Suche nach den verlorengegangenen Eselinnen (V. 3). Gott kann aus jeder Not etwas Gutes machen.

So zogen sie aus von Gibea (10,26; 11,4, keine 5 km nördlich von Jerusalem) und durchstreiften das Gebirge Efraim. Schliesslich führte sie Gott nach Rama, wo der Gottesmann Samuel lebte (V. 5-6). Sauls Knecht schlug vor, sich nach dem verehrten Gottesmann zu erkundigen, wegen der Eselinnen Gott zu befragen (V. 6; 10,14). Es war damals Sitte, einem Gottesmann ein Geschenk zu bringen, wenn man ihn aufsuchte (14,3; 2Kön 5,5.15; 8,8). Dafür war der Knecht Sauls bereit, einen bescheidenen Beitrag von einem Viertel Lot Silber zu spenden (= etwa 3 Gramm, gemäss NIV).

Junge Frauen wiesen ihnen den Weg zu Samuel (V. 11), der sich aufmachte, um auf dem Hügel das Schlachtopfer zu segnen und mit dreissig geladenen Männern zu essen (V. 23). Bevor Samuel nicht ein Dankgebet für das Opfer darbrachte, fing weder das Volk noch die Geladenen an zu essen (V. 13). Das zeigt, dass Samuel einen grossen Einfluss unter dem Volk genoss (Lk 9,16; Joh 6,11). Die Opferungen fanden oft auf einem Hügel statt, später rief das Volk an solchen Orten Götter an und trieben Götzendienst.

Es war kein Zufall, dass Samuel sich prompt in dieser Zeit aufmachte, um auf den Hügel zu gehen und so auf Saul und seinen Knecht stiess (V. 14). Samuel empfing nämlich einen Tag zuvor von Gott die Weisung, dass er auf einen Mann stossen werde, den er zum Fürsten über Israel salben soll (V. 15). Er werde Israel aus der Hand der Philister retten, denn Gott hat die Notschreie seines Volkes erhört (V. 16).

Erneut hört Samuel Gottes Stimme, die ihm bestätigt, wer der kommende König sein soll (V. 17). Saul fragt ausgerechnet Samuel nach dem Seher (V. 18), der ihn spontan zum Essen mit den Geladenen einlädt und anschliessend zur Übernachtung (V. 19).

Obschon Saul noch nichts von den verlorengegangenen Eselinnen gesagt hatte, wusste Samuel Bescheid und beruhigte ihn und sagte, dass er sich keine Sorgen zu machen brauche über sie, da sie gefunden wurden (V. 20).

Saul kann diese ganze Situation noch nicht verstehen. Er fragte Samuel (V. 21b): „Warum redest du so zu mir?” Er sei ja nur ein Benjamit, aus dem kleinsten und unbedeutesten Stamm (V. 21). Samuel brachte ihn und seinen Knecht in die Halle der Geladenen und wies ihnen den obersten Platz zu (V. 22). Später offenbarte er Saul unter vier Augen den Willen Gottes (V. 27b).

Es ist interessant zu sehen, dass sich Gott sehr oft das Kleine und Unbedeutende auswählt (Dtn 7,7; Mt 2,6; Lk 12,32; Senfkorn, Mt 12,31-35; 1Kor 1,26-31).

Lk 9,48: „Denn wer der Geringste ist unter euch allen, der ist gross.”

Mt 22,14: „Denn viele sind berufen, wenige aber auserwählt.”

Samuel gab Saul drei Zeichen, um ihn zu überzeugen, dass er im Auftrag Gottes handelte, indem er ihn zum König einsetzte:

- Die Eselinnen, die gefunden wurden (9,20).

- Die Lammkeule, die er bereits am Vortag beim Koch reservierte (9,23).

- Das Los, das auf den Stamm Benjamin und auf Saul traf (10,20).

 

Kapitel 10: Saul von Samuel zum König gesalbt.
Samuel salbt Saul zum Fürsten und König über das Volk Israel (V. 1). Er giesst Öl über den Kopf und küsst Saul, wie das bei einer Einsetzung üblich war. Somit wird Saul zum Gesalbten „Christos“ (hebr. Messias) des Herrn, dem das Volk in allen Situationen untertänig sein soll. Die Anweisungen für die Würzmischung des Salböls gab der Herr schon damals dem Mose (Ex 30,23-24).

Samuel weist darauf hin, dass der höchste Gott ihn zum König eingesetzt hat und gibt ihm dafür vier Zeichen (V. 1):

1. In der Nähe von Rahels Grab wird er auf zwei Männer stossen, die ihm bestätigen, dass die Eselinnen gefunden wurden (V. 2).

2. Bei der Eiche von Tabor wird er auf drei Männer stossen, die auf dem Weg zu einer Opferung sind und ihm zwei Brote geben werden, die er annehmen soll (V. 3).

3. Dann soll er nach Gibea gehen, um dort einer Prophetenschar zu begegnen, die Musik spielen und prophezeien werden (V. 5).

4. Dort wird der Geist des Herrn über Saul kommen und er wird mit den Propheten weissagen (V. 6).

Das alles sind Zeichen, die bestätigen, dass Gott in besonderer Weise mit Saul als neuer König sein wird (V. 7). Schliesslich soll Saul nach Gilgal hinabgehen und sieben Tage auf Samuel warten, der ihm weitere Anweisungen geben und dem Herrn Brandopfer und Heilsopfer darbringen wird (V. 8). Bevor das Volk etwas davon erfährt, wird Saul in privater Atmosphäre zum König gesalbt.

Als Saul diesen Anweisungen gehorsam war, verwandelte Gott sein Herz (V. 6 und V. 9). Saul empfing vom Herrn die Fähigkeit, die er als Führer des Volkes Israel benötigte (V. 7). Auch bei Simson kam der Geist des Herrn über ihn (Ri 14,6.19; 15,14). Saul geriet mit anderen Propheten in Verzückung, indem sie weissagten (9,9; 1Kor 12,10; 14,1.3). Saul befand sich in seiner Heimatstadt, wo er aufwuchs und viele Leute ihn kannten (V. 11-12). Als die Leute ihn mit den Propheten sahen, fragten sie verwundert, ob Saul auch zu den Propheten gehöre (V. 13)?

Als Saul zu Hause ankam, wurde er vom besorgten Onkel gefragt, was denn passiert sei (V. 14-16). Saul erzählte, dass sie Samuel, den Gottesmann, aufsuchten, um Gott zu befragen, wegen der Eselinnen (9,6). Von seiner Einsetzung zum König sagte er nichts, sondern behielt es für sich, bis er vor dem ganzen Volk zum ausgerufen wurde (V. 16 und 24).

Saul wird durch das Los zum König erwählt. Damals war das Los für die Israeliten ein wichtiges Mittel, um den Herrn zu befragen (Lev 16,8-10; Jos 18,10; Spr 16,33; 18,18; Apg 1,26). Samuel versammelt das israelitische Volk zu Mizpa, wo er ihnen ihr Vergehen einen König zu begehren vorenthält (8,8-9). Er tut das im Auftrag Gottes (V. 18). In Mizpa wurden die Israeliten von den Philistern angegriffen (7,5-14). Doch der Herr gab seinem Volk den Sieg.

Nun versammelt Samuel das Volk dort, wo der Herr ihnen zum Sieg verhalf um ihnen ihren König vorzustellen. Saul versteckt sich, weil er das alles vermutlich noch nicht glauben kann (V. 22). Saul war ja noch jung und musste Gottes Wege zuerst noch kennen lernen (9,2). Doch der Herr deckt ihn auf, indem er vermutlich zu Samuel spricht. Samuel bezeugt dem Volk, dass Gott ihn erwählt hat (V. 23). Das Volk kann das Vergehen noch nicht einsehen, deshalb rufen sie voller Freude überzeugt (V. 24): „Es lebe der König!“

Samuel schreibt die Rechte des Königs in ein Buch und legt es vor die Bundeslade (V. 25: „... vor dem Herrn nieder“). Die Rechte eines Königs hat er dem Volk ja schon erklärt (8,10-22). Der König bekam göttliche Vollmacht und stand nun an Gottes Stelle. Selbst als David von Saul bis zum Tod verfolgt wurde, legte David keine Hand an den Gesalbten des Herrn (24,6; 26,9). David tötet auch den Amalekiter, der am Gesalbten des Herrn Hand anlegte (2Sam 1,14-16). Der König und sein Volk waren einander verpflichtet und der König hatte eine grosse Verantwortung Gott gegenüber.

Schlussfolgerungen:
Es ist wichtig, dass wir in unserem Leben Gott für uns eintreten lassen und nicht eigenwillig alles selbst in die Hand nehmen. Es gibt immer wieder skrupellose Menschen, die uns gegenüber schlecht gesinnt sein werden, doch der Herr beschützt uns vor unseren Feinden.

 

Kapitel 11: Sauls Sieg über die Ammoniter.
Die Ammoniter belagern Jabesch in Gilead (V. 1, im Stamm Gad). Die Stämme Gad und Ruben, östlich des Jordans, sind bedroht. Ihr Unglaube treibt sie dazu, mit dem König der Ammoniter einen Friedensvertrag zu schliessen und sich ihm zu unterwerfen. Doch der Ammoniter König Nachasch (12,12) ist auf brutalen Krieg ausgerichtet (V. 2). Die Ältesten bitten um sieben Tage Zeit, damit sie sich an ganz Israel wenden und um Hilfe bitten können (V. 3). Der Ammoniter König ist so hochmütig, dass er auch ganz Israel nicht fürchtet, sondern bereit ist für eine kriegerische Auseinandersetzung mit der ganzen Nation. Die Boten werden nach „Gibea des Sauls” (südlich von Rama, Benjamin) geschickt, wo das Volk ungläubig anfängt zu weinen (V. 4).

Bei Saul hat sich bis zu dieser Zeit noch nichts geändert. Er pflügt mit den Rindern das Feld (V. 5). Als er von der Bedrohung der Ammoniter hörte wurde er sehr zornig und „der Geist Gottes” kommt über ihn (V. 6).

Saul kann sich als König zum ersten Mal vor seinem Volk beweisen. Er tötet zwei Ochsen, zerlegt sie in Stücke, sendet sie mit Boten in alle Gebiete Israels und droht jedem, der sich nicht zum Krieg gegen die Ammoniter rüstet dasselbe mit ihren Rindern (V. 6). Das Volk erschreckt und erkennt, dass der Herr durch Saul spricht. Vereint, „wie ein einziger Mann”, ziehen sie in den Krieg (V. 7).

Saul mustert 330 000 Mann in Besek (V. 8). Er lässt den verängstigten Volksgenossen, östlich des Jordans, verkünden, dass sie Hilfe erhalten werden (V. 9). Die Führer von Jabesch täuschen die Ammoniter, indem sie ihnen mitteilen, dass sie sich morgen ergeben werden (V. 10). Noch vor Anbruch der Dämmerung teilt Saul die Krieger in drei Einheiten ein, um von verschiedenen Seiten die Ammoniter anzugreifen (V. 11). Bis zum Mittag schlagen die Israeliten ihre Feinde und zerstreuen sie (V. 11). Damit hat Gott Saul erneut beim Volk als König bestätigt, sodass alle nach Gilgal gehen, um das Königtum Sauls zu feiern und zu erneuern (V. 14).

Saul weigert sich zu rächen an den Männern, die sich gegen ihn auflehnten und sein Königtum nicht akzeptierten (V. 13: 10,27; 11,13). Das kann ein Fehler sein, weil er damit das Böse nicht aus Israel auszurotten bereit ist. Es kann aber auch sein Vertrauen zum Herrn zum Ausdruck bringen, der ihm den Sieg geschenkt und ihn so vor dem ganzen Volk als König bestätigt. Das ganze Volk kommt zusammen, um dem Herrn Heilsopfer zu bringen (Lev 3).

Schlussfolgerungen:
Wenn wir Not und Bedrohung erkennen, dann ist es wichtig, dass wir nicht ungläubig hadern, sondern auf Gottes Hilfe vertrauen (Jak 4,7). Wir wollen im Glauben Säulen sein (Spr 11,27; 1Kor 15,54-58; Gal 6,9; Hebr 6,10-12; Jak 1,12; 2Petr 1,10-11).

 

Kapitel 12: Samuels Rede.
Als Samuel alt und grau war, versammelte sich das Volk in Gilgal (11,14). Dort machte das Volk Saul zum König und Opferte dem Herrn Heilsopfer (11,15). Anschliessend wandte sich Samuel an das Volk mit einer Rede, die vier Teile beinhaltete (12,1-25):

Samuel lässt sich als treuer Richter vor König und Volk bestätigen (V. 1-5). Dabei stellt er fünf rhetorische Fragen, um seine Rechtschaffenheit zu betonen (V. 3-5). Er ruft den Herrn und den neu gesalbten König als Zeugen auf, dass das Volk nichts gegen ihn vorzubringen hat (V. 5).

Samuel erinnert das Volk an Gottes treue Führung durch ihre Vorfahren wie Jakob, Mose und Aaron (V. 6-11). Leider hat das Volk in der Vergangenheit ihren Gott und König verworfen und sich fremden Göttern zugewandt (Ps 106). Als sie von Feinden bedrängt wurden, schrien sie zum Herrn und bekannten ihre Sünden (V. 10). Da erbarmte sich Gott und sandte Richter, die sie aus der Hand ihrer Feinde erretteten (V. 9-11).

Samuel erwähnt das Unrecht des Volkes, einen menschlichen König gefordert zu haben (V. 12-15). Denn damit haben sie den Herrn als ihren König verworfen (V. 12). Die Geschichte des widerspenstigen Volkes wiederholt sich (V. 12; Dtn 9,24). In Vers 12 sieht es aus, als ob Israel sich von den Ammonitern bedroht fühlte und deshalb einen König forderte (V. 12). Es kann sein, dass das Volk einen König wollte, weil sie sich nicht nur durch die Ammoniter, sondern auch durch die Philister bedroht fühlten. Trotzdem gab Gott dem Begehren des Volkes nach und schenkte ihnen einen menschlichen König. Samuel fragt nun, ob sie dem König dienen und auf ihn hören werden, was Gott ihnen kundtut (V. 13-15).

Samuel sagt dem Volk, dass er den Herrn anrufen werde, damit er Donner und Regen schickt, um dem Volk ihr Unrecht zu bestätigen (V. 16-18). Der Herr sendet dieses Bestätigungszeichen (V. 18). Das Volk fürchtet sich vor Gott und Samuel (V. 18).

Schliesslich bekennt das Volk seine Sünde und bittet Samuel den Herrn anzurufen und ihn um Gnade zu bitten, damit sie nicht sterben müssen (V. 19). Samuel tröstet und ermutigt das Volk (V. 20). Er ruft das Volk auf, in Zukunft dem Herrn von ganzem Herzen zu dienen und sich von den nichtigen Götzen abzuwenden (V. 21). Er bestätigt dem Volk, dass Gott treu ist und sein Volk nicht verwirft (V. 22). Dann verspricht Samuel dem Volk für sie zu beten (V. 23). Besonders Prediger und Leiter sind aufgerufen für alle Gläubigen in der Gemeinde zu beten (1Tim 2,1). Alle Gläubigen werden aufgerufen füreinander zu beten (Eph 6,18; Jak 5,16).

Samuel übergibt hier sein Lebenswerk König Saul und ermahnt das Volk scharf, dem Herrn treu zu sein, damit sie nicht, samt König, „hinweggerafft werden” (V. 24-25). Wie wir aus der Bibel erfahren, waren das noch lange nicht die letzten Tage Samuels.  Er überlebte die Amtszeit des Königs Saul und setzte später, auf Anordnung des Herrn, David zum neuen König über Israel ein (1Sam 16). Er war der letzte grosse Richter in Israel und wurde ungefähr 90 Jahre alt. Die Geschichte Israels zeigt, dass das Volk samt König 586 v. Chr. von den Babyloniern siegreich bekriegt wurde (2Kön 25). Israel wurde ins Exil geführt. Das Land wurde ihnen enteignet. Der Tempel wurde zerstört.

Schlussfolgerungen: Aus der Rede des rechtschaffenen Samuels erkennen wir, dass es auch bei uns auf die richtige Haltung ankommt, damit wir handeln, wie es Gott gefällt.

- Es gilt rechtschaffen und lauter zu sein wie Samuel (12,1–5).

- Gläubige vertrauen dem Herrn in allem (12,6-9).

- Wir vergessen nicht, was er für uns Grosses getan und uns aus der Sklavschaft der Sünde befreit hat. Gott sorgt für uns (1Petr 5,7; Mt 6,32-34). Gottes Macht ist grösser als jede weltliche Macht und bewahrt auch uns heute vor allen Feinden (12,10-13).

- Jesus Christus bleibt unser Herr und König (1Tim 1,17). Er lässt seine Nachfolger nicht im Stich (12,22).

Wir wollen den Herrn fürchten, von ihm nicht abweichen und ihm allein von ganzem Herzen dienen (12,14-15.23). Wir wollen uns hüten von jeder Art des Götzendienstes (1Joh 5,21, Ps 115; Jer 10). Es gibt viele sinnlose Dinge auf Erden, die uns nur kurzfristig oder keinen einen Nutzen bringen, weil sie vergänglich sind (12,20).

Wir wollen unsere Sünden bekennen vor dem Herrn und wenn nötig Busse tun (12,19; 1Joh 1,9). Auflehnung führt zum Gericht (12,14-15.25). Deshalb vergessen wir niemals, was Gott Grosses für uns getan hat (12,24).