Wüstenwanderung
Einleitung
Es gibt in den neuen Übersetzungen eine neue Aufteilung von Numeri 16 und 17. Das Kapitel 16 hat nur noch 35 Verse (statt 50) und das Kapitel 17 hat neu 28 Verse (statt 13). Die Übersetzung stammt aus einer anderen Quelle. Der Text bleibt derselbe.
Es geht in diesen beiden Kapiteln um die Frage: Wer hat das Sagen? Wem gehört die Führung? Dabei geht es um einen Aufstand (eine Meuterei, eine Rotte oder eine Auflehnung). Weil Korach der Anführer war, wird von der Rotte Korachs gesprochen (Num 16,19; 17,5; 27,3). Der Aufstand betrifft aber zwei Stämme: Ruben und Levi. Die Söhne aus dem Stamm Ruben verbündeten sich mit den Leviten und 250 Männern (vermutlich aus anderen Stämmen), die im Dienst des heiligen Zeltes standen. Korach schrieb einige Psalmen (Ps 42-49).
Gott hat dem Erstgeborenen Ruben Land als Erbbesitz versprochen, während Levi kein Land erhielt, sondern den Dienst am Heiligtum (Dtn 18; Jos 21). Der erste Hohe Priester war Aaron (Bruder Mose). Das Amt des Hohen Priester fiel jeweils dem Erstgeborenen zu (Num 17,5). Die übrigen Kinder des Hohen Priester dienten als Leiter der Priester, während alle Nachkommen aus dem Stamm Levi als Helfer der Priester vorgesehen waren. Priester und Leviten sind also nicht gleichgestellt (Lk 10,31; Joh 1,19).
Erste Szene (Num 16,1-4)
Die Priester und ihre Helfer warfen Mose und Aaron Alleinherrschaft und Überheblichkeit vor (V. 3). Ihr Argument lautete: Die ganze Volksgemeinde Israel ist dem Herrn geweiht, nicht bloss Mose und Aaron (die von Gott das Hohe Priester Amt empfingen, Ex 28 & 29). Damit hatten sie zwar Recht (gem. Ex 19,6), aber sie missachteten, dass Gott nur Mose und Aaron als Führer des Volkes einsetzte (Ex 4,1.14). Sie traten vor den Pharao in Ägypten und vollbrachten grosse Zeichen und Wunder (Ex 5,1). Mose fiel auf sein Angesicht, als er diese Forderung hörte (V. 4). Sie verlangten das Priesteramt (= Führung, V. 10).
Zweite Szene (Num 16,5-11)
Mose ordnet an, dass sie mit Räucherpfannen und Räucherwerk vor dem Herrn erscheinen sollen (V. 6). Dann warnt er Korach und seine Verbündeten, dass sie sich damit nicht gegen ihn und Aaron auflehnten, sondern gegen Gott (V. 11).
Dritte Szene (Num 16,12-15)
Mose lässt Datan und Abiram (Stamm Ruben) rufen, doch die entzogen sich bereits der Gemeinde, weigerten sich zu kommen und zeigten damit ihre Verachtung (V. 12). Sie machen Mose Vorwürfe, indem sie sagen, dass er sie aus Ägypten herausgeführt habe, um sie in das versprochene Land zu führen, wo Milch und Honig fliesst, doch nun lasse er sie in der Wüste sterben. Er täusche und betrüge das Volk (V. 13-14). Mose wurde zornig, da er niemandem etwas wegnahm und bat den Herrn einzugreifen und ihre Opfergaben abzulehnen (V. 15).
Vierte Szene (Num 16,16-22)
Mose wendet sich wieder Korach zu und weist ihn mit der ganzen Rotte an, morgen vor dem Eingang des heiligen Zeltes zu erscheinen (V. 16). Jeder nahm eine Räucherpfanne, legte glühende Kohlen rein und streute Weihrauch darüber (V. 17-18). Wie schon zuvor (12,5; 14,10), erschien die Herrlichkeit des Herrn (V. 19). Der Herr spricht zu Mose und Aaron, dass er die ganze Volksgemeinde mit einem Schlag vernichten werde (V. 20). Deshalb sollten sie sich von ihnen absondern, damit sie nicht auch getroffen werden durch den Schlag, den Gott ihnen versetzen wird und umkommen.
Mose und Aaron fielen auf ihr Angesicht und zeigten ihren Grossmut, indem sie den Herrn anflehten (V. 22, NGÜ): „Gott, du hast alles Leben geschaffen! Willst du wirklich das ganze Volk bestrafen, weil ein einziger Mann gesündigt hat?”
Das ist ganz nach dem Willen Gottes. Denn, später spricht Gott durch den Propheten Hesekiel, dass nur der Mensch sterben muss, der gesündigt hat (Ez 18,20: Gott ist nicht ungerecht. Es gibt keine Erbsünde).
Deshalb hat Gott ihre flehentliche Bitte erhört und sich vom Volk abgewandt, indem er sich nur den Meuterer zugekehrt hat.
Fünfte Szene (Num 16,23-35)
Gott greift ein: Mose warnt die Israeliten, sich bei den Zelten Korachs, Datans und Abirams aufzuhalten (V. 23-28). Datan und Abriam standen mit Frauen, Söhnen und Kindern vor ihren Zelten (V. 27).
Mose verurteilt die frevlerischen Männer, die den Herrn verachtet haben (V. 26 und 30). Sie sollen nicht eines normalen Todes sterben, sondern vom Ackerboden verschlungen werden und ins Totenreich (Scheol) hinabfahren (V. 28-30). Und so geschah es, wie Mose gesagt hatte: die Erde öffnete sich und verschlang alle Meuterer samt ihren Familien lebendigen Leibes (V. 31-34).
So hat der Herr die gesamte Rotte Korachs mit dem Tod bestraft (V. 35) und die Leiterschaft Mose und Aarons vor dem restlichen Volk bestätigt.
Schlussfolgerungen
Was waren die Hauptprobleme der Aufständischen?
1. Sie hatten ein Autoritätsproblem:
In den Sprüchen 6,16-19 wird gesagt, was Gott hasst.
2. Sie waren ehrsüchtig:
Jesus suchte nicht seine eigene Ehre (Joh 5,41). Wir werden aufgerufen, nicht unsere Ehre vor den Menschen zu suchen, sondern Gott zu gefallen (Joh 5,44).
3.Sie waren eifersüchtig:
Eifersucht und Neid sind weltlich, fleischlich, teuflisch (Jak 3,14-15).
„Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht was Leiden schafft.”
Die wichtigste Lektion dieser Ereignisse ist, dass wir uns Gottes Führung und Leitern in der Gemeinde unterordnen sollen (Hebr 13,7-17). Die Verkündiger des Wortes Gottes werden gelobt (Röm 10,15-alt; Jes 52,7): „Wie lieblich sind die Füsse derer, die Gutes verkünden?” Das heisst, dass alle, die auf uns zukommen, um das Evangelium Christi zu übermitteln, Menschen glücklich machen und dementsprechend Wert geachtet werden sollen. Es ist nicht die Rede von Irrlehrern, die das kostbare Wort Gottes verdrehen (Apg 5,29).
Wir können uns derselben Sünde schuldig machen vor Gott, indem wir ausgebildete und von Gott eingesetzte Verkündiger verachten und ablehnen, statt auf das Wort zu hören, das sie uns predigen (Apg 20,27-30; 17,10-12). Es gilt, sich demütig unter die starke Hand Gottes zu stellen (1Petr 5,1-7).
Die heutigen Verkündiger können von Mose und Aaron lernen, dass sie nicht mit denselben Waffen zurückschlagen, mit der sie angeklagt werden, sondern flehentliche Bitten vor Gott bringen, damit alle Murrenden und Auflehnenden zur Einsicht geführt werden können (Apg 20,31; 1Petr 5,2-4; Phil 4,6; Hebr 5,7). Wer sich Gott und seinem Wort unterordnet, der murrt und klagt nicht gegen Leiter, die sich ebenfalls Gott und seinem Wort unterstellen. Es kann niemals darum gehen, dass jemand von Menschen verehrt wird.
Wir sind Gottes Armee und unser Ziel ist es, dass himmlische Land Kanaan zu erobern. Eine Armee kann nur erfolgreich sein, wenn sie eine Einheit bildet und gemeinsam das Böse (Murren und Klagen) aus ihrer Mitte verbannt. Gläubige motivieren einander auf dem Weg. Gläubige beten füreinander. Gläubige lieben einander, wie Christus uns geliebt hat.