Wachsen-D05: Es gibt viel zu tun, packen wir es an! (Teil 1)

Im Glauben wachsen

 

 

 Einleitrung

Als Christen sind wir Diener Gottes geworden. Das heisst, wir sind Täter des Wortes Gottes und nicht bloss Hörer. Was gibt es denn zu tun für das Reich Gottes? Was sind gute Werke in Gottes Augen?

Die Bibel gibt uns einige Aufgaben, die wir anpacken können, um Täter des Wortes Gottes zu sein, den Glauben zu leben und somit Christus ähnlicher zu werden:

 

 I.   Richte deine Gedanken auf die himmlischen Dinge!

Kolosser 3,1-3 (NGÜ): „Da ihr nun also zusammen mit Christus auferweckt worden seid, sollt ihr euch ganz auf die himmlische Welt ausrichten, in der Christus ´auf dem Ehrenplatz` an Gottes rechter Seite sitzt. Richtet eure Gedanken auf das, was im Himmel ist, nicht auf das, was zur irdischen Welt gehört. Denn ihr seid ´dieser Welt gegenüber` gestorben, und euer neues Leben ist ein Leben mit Christus in der Gegenwart Gottes.“

Anwendung: Wer seine Blicke himmelwärts richtet, der verändert seine ganze Weltanschauung. Er geht das Leben und den Alltag ganz anders an. Er sieht alles von der Perspektive Gottes. Ein Aspekt, der mir in der letzten Zeit besonders wichtig geworden ist, ist meine Wahrnehmung. Ich danke Gott für jeden Tag, an dem ich eine gesunde Wahrnehmung habe. Wer bin ich, wie sehen mich die andern, wie sieht mich Gott? Welche Haltung muss ich einnehmen, damit ich dem Herrn gefalle? Wie muss ich die einzelnen Situationen des Lebens verstehen und beurteilen? Was soll ich tun und was soll ich unterlassen? Wo setze ich meinen eigenen Willen durch, statt Gottes Wille? Wo habe ich etwas Gutes unterlassen? All das sind Fragen, die erfahrenere Christen zunehmend beschäftigen. Als ich noch frisch zum Glauben kam, da wusste ich intuitiv und ganz genau, was zu tun oder zu unterlassen war. Doch je mehr ich im Glauben wuchs, desto besser erkannte ich, was Gott wirklich von mir verlangt und was gar nicht wichtig ist. Vieles verstehe ich erst heute und vieles verstehe ich heute noch nicht richtig. Doch das gehört zu unserem Glaubenswachstum.

Himmelwärts blicken ist eine bewusste Entscheidung, die immer wieder neu getroffen werden muss (weil wir ständig abgelenkt werden). Was am Anfang meines christlichen Lebens von selbst funktionierte, das muss ich mir heute ganz bewusst vornehmen, sonst geht gar nichts. Aber das ist mit allem so im Leben: mit all unseren Beziehungen zu andern Menschen,
(2) mit unseren Liebesbeziehungen, mit der Arbeit, unseren täglichen Aufgaben usw. Je älter wir werden, desto bewusster müssen wir uns entscheiden, worauf wir unsere Gedanken und Ziele im Leben ausrichten wollen. Wir können unsere Zeit vergeuden mit vielen weltlichen Angeboten, die es jedoch nicht Wert sind. Wir können uns auf Dinge konzentrieren, die unsere Gedanken beflecken, krank machen, gefangen nehmen und vom Herrn abbringen.

Wer seine Blicke himmelwärts richtet, der wird kreativ für den Herrn und sein Reich, der nimmt viele Dinge im Leben ganz anders wahr, der setzt völlig neue Prioritäten, der verändert seine Haltung und sein Verhalten auf positive Weise. Das ist es, was der Heilige Geist uns sanft zuruft: „Richte deine Gedanken auf das, was das Reich Gottes betrifft und deine Seele wird dankbar und glücklich.“

 

 II.   Lebe nach dem, was der Geist Gottes sagt!

Römer 8,5-6 (NGÜ): „Wer sich von seiner eigenen Natur bestimmen lässt, dessen Leben ist auf das ausgerichtet, was die eigene Natur will; wer sich vom Geist ´Gottes` bestimmen lässt, ist auf das ausgerichtet, was der Geist will. Was der Geist will, bringt Leben und Frieden, aber was die menschliche Natur will, bringt den Tod.“

Anwendung: Frage zum Beispiel: Gefalle ich damit dem Herrn? Ist das der Wille Gottes? Was würde Jesus in dieser Situation tun?  Was will unsere menschliche Natur? Sie sucht egoistisch nach eigener Befriedigung! Sie sucht nicht nach Geben, sondern nach dem Nehmen. Sie sucht nicht nach Dienen, sondern nach dem bedient werden. Sie sucht nicht nach Lieben, sondern nach dem geliebt werden.

Gottes Geist ruft uns auf unseren Egoismus abzulegen und nach Geben, nach Dienen, nach Lieben zu streben, unabhängig, ob das andere auch tun oder nicht. Denn Gottes Geist bringt uns Leben und Frieden. Unsere egoistischen Gedanken und Triebe aber bringen keine Befriedigung, sondern Unglück und Verderben.

 

 III. Übe dich in untadeliger Frömmigkeit!

Jakobus 1,26-27 (NGÜ): „Wenn jemand sich für fromm hält, aber seine Zunge nicht im Zaum halten kann, betrügt er sich selbst, und seine Frömmigkeit ist nichts wert. Echte und untadelige Frömmigkeit, die vor Gott, dem Vater, bestehen kann, zeigt sich darin, dass man Waisen und Witwen in ihrer Not beisteht und sich vom gottlosen Treiben dieser Welt nicht beschmutzen lässt.”

Anwendung: Es geht hier um drei Dinge, die ein frommer Mensch anstrebt in seinem neuen Leben: Er achtet darauf, was er spricht. Er steht den Schwächeren in der Gemeinde bei. Er lässt sich vom gottlosen Treiben dieser Welt nicht beschmutzen. Das sind gute Werke in Gottes Augen! Das ist Gottesdienst, der weit über das hinausgeht als die 1 ½ stündige Versammlungszeit am Sonntagmorgen. Das ist Glaube, der echt ist, ungeheuchelt und zur Tat schreitet. Das soll unser intensives Bemühen und Streben sein als Christen.

 

 IV. Bleibe den Zusammenkünften nicht fern!

Hebräer 10,24-25 (NGÜ): „Und weil wir auch füreinander verantwortlich sind, wollen wir uns gegenseitig dazu anspornen, einander Liebe zu erweisen und Gutes zu tun. Deshalb ist es wichtig, dass wir unseren Zusammenkünften nicht fernbleiben, wie einige sich das angewöhnt haben, sondern dass wir einander ermutigen, und das umso mehr, als – wie ihr selbst feststellen könnt – der Tag näherrückt, ´an dem der Herr wiederkommt`.“

Anwendung: Wenn wir als Gemeinde zusammenkommen, um Gott anzubeten, sei es zur Bibelstunde oder zur Anbetung am Sonntag, dann sind wir nicht nur für uns selbst verantwortlich! Wir sind nicht nur dafür verantwortlich, dass wir in den Herzen gereinigt und bereit zur Anbetung Gottes erscheinen! Wir sind auch für unsere Geschwister verantwortlich, dass sie angespornt werden zur Liebe und zu guten Taten!

Christsein ist keine Privatsache, sondern eine Sache der Gemeinschaft. Als Christen dienen wir einander in der Liebe. Unser Ziel in den Versammlungen ist es dafür zu sorgen, dass möglichst alle Geschwister erbaut und erfüllt werden vom guten Geist Gottes. Das heisst, dass ich nicht um meinen eigenen Vorteil besorgt bin, sondern mich um die Andern kümmere, indem ich frage: „Wie geht es dem Andern?“ „Wie kann ich erbauen?“ „Wie kann ich ermutigen?“ Wenn wir uns demütig einander höher schätzen als uns selbst, dann wird es nie zu Streitigkeiten und Spannungen führen (Phil 2,3). Solange uns das Wohl des Andern wichtiger ist, als das eigene Wohl, werden unsere Beziehungen immer stärker geknüpft. Erst dort, wo unser fleischlicher Egoismus ruft, angestachelt durch Satan, werden Probleme auftreten.

Die regelmässigen Zusammenkünfte sind dazu da, um unsere Beziehungen zueinander immer stärker zu knüpfen durch den Heiligen Geist Gottes, der in uns wohnt. Je näher wir dem Herrn kommen, desto mehr Nähe lassen wir auch in unseren Beziehungen zu den Geschwistern zu. Je mehr wir uns für den Herrn und sein Wort interessieren, desto mehr verstehen wir, wie wir diese göttlichen Prinzipen auch auf unsere Geschwister und Mitmenschen anwenden können, um immer erfolgreicher zu sein in allen unseren Beziehungen. Wir brauchen einander! Wir sind eh eine kleine Minderheit in der Welt. Wir brauchen Vorbilder in der Gemeinde, die das Gute und Gottwohlgefällige fördern. Wir brauchen die Belehrung durch das Wort Gottes, durch die wir immer wieder an grundlegende Lebensprinzipien erinnert werden und unseren Glauben stärken. Wir brauchen Gott, der uns im Alltag beisteht und vor allem Bösen bewahrt.

 

 V.   Lass dich durch nichts vom Gebet abbringen!

Römer 12,10-13 (NGÜ): „Lasst im Umgang miteinander Herzlichkeit und geschwisterliche Liebe zum Ausdruck kommen. Übertrefft euch gegenseitig darin, einander Achtung zu erweisen. Lasst in eurem Eifer nicht nach, sondern lasst das Feuer des Heiligen Geistes in euch immer stärker werden. Dient dem Herrn. Freut euch über die Hoffnung, die ihr habt. Wenn Nöte kommen, haltet durch. Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen. Helft Gläubigen, die sich in einer Notlage befinden; lasst sie mit ihrer Not nicht allein. Macht es euch zur Aufgabe, gastfreundlich zu sein.“

Anwendung: Es gibt Leute, denen kann man nichts recht machen. Ständig haben sie etwas auszusetzen und zu meckern. Sie sind nie zufrieden, weder mit der eigenen Leistung noch mit andern. Andere, die haben am Anfang ihres Glaubens grossen Eifer für den Herrn, aber dann geht ihnen der Pfupf aus, wie bei einem Feuerwerkskörper (Bsp. Vulkan). Durch ihre Gleichgültigkeit und ihr Desinteresse betrüben sie den Heiligen Geist und stecken damit andere an bis der Geist ganz von ihnen weicht. So wie es im Land Kanaan immer wieder Hungersnöte gab, so wie unsere Wirtschaft immer wieder ins Tal stürzt, so ist es auch im Glaubensleben. Wer sich im Glauben keine Reserve angelegt hat, der hält in Nöten nicht durch. Sein Glaube ist wie eine dünne Eisschicht, die keine Erwärmung erträgt, sonst bricht sie auseinander. Deshalb ist es dringend notwendig, dass wir uns alle rüsten und auftanken für Zeiten der Prüfungen und Not. Jede Gemeinde erlebt starke und schwache Phasen. Jede Beziehung wird immer wieder geprüft und herausgefordert. Es liegt an uns, ob wir unermüdlich kämpfen im Glauben. Der Eintritt ins Himmelreich ist zwar geschenkt aber er kostet unser Leben.

Gute Beziehungen in der Gemeinde können unser Glaubensleben stärken und erhalten. Jede Beziehung überlebt jeden Sturm mit der Liebe und dem Respekt. Lasst uns einander gegenseitig übertreffen darin! Lasst uns einander lieben und ehren! Lasst uns dankbar sein füreinander! Lasst uns einander dienen, so wie dem Herrn! Wenn jeder sich zum Ziel gesetzt hat dem allmächtigen Gott und seinem Reich mit seiner ganzen Kraft und Leidenschaft zu dienen, dann erhalten wir nicht nur unseren Glauben, sondern stecken einander an zum Guten. Lasst uns füreinander beten, statt zu murren und das Haar in der Suppe zu suchen! Lasst uns weiterhin die Gastfreundschaft untereinander pflegen!

 

Schlussfolgerungen

Es gibt viel zu tun, packen wir es an, damit wir im Glauben keinen Schiffbruch erleiden. Das wäre fatal! Wie wird es einmal der Seele gehen, die ihre himmlische Erbschaft für ein mageres Linsengericht verkauft hat? Vielleicht war sie ganz nah dran, weil sie Glied einer örtlichen Gemeinde war. Doch dann hat sie aufgegeben und die Gemeinde verlassen. Vielleicht hat sie sich durch die Probleme in der Gemeinde und die Versuchungen der Welt im Glauben entmutigen lassen und aufgegeben. Wie glücklich werden im Gegensatz alle die sein, die bis zum Ende durchgehalten und nicht aufgegeben haben.

Unser Glaube kann nur wachsen und stark werden, wenn wir Zeit und Kraft investieren. Unser Glaube kann sich erst dann bewähren, wenn es Probleme gibt in der Gemeinde. Gott lässt uns nicht im Stich wenn wir durchhalten und kämpfen. Unsere Vorfahren haben auch gekämpft und sind mit viel Leiden in die himmlische Ruhe eingegangen. Soll es uns etwa besser gehen? Darum, lasst im Eifer für den Herrn und seine Gemeinde nicht nach, sondern lasst uns das Feuer des Heiligen Geistes immer stärker werden, denn es lohnt sich tausend Mal (1Kor 15,58)!