Im Glauben wachsen
Epheser 6, 13-18: Die Waffenrüstung Gottes.
Kleider und Gegenstände
Was ist mit dem Gurt der Wahrheit gemeint?
Technisch gesehen, war der Gurt kein Teil der Waffenrüstung eines Soldaten, sondern ein Gegenstand, mit dem der Krieger seine Waffenrüstung festband. Der Gurt musste straff angezogen werden, damit der Soldat beim Gehen nicht gehindert war. Andere Kleidungsstücke wurden am Gurt befestigt und zusammengehalten (z. B. das Schwert, das Brustschild). Mit der Wahrheit sollen wir unsere Sinne umgürten: 1. Petrus 1,13-16.
Wie umgürten wir unsere Sinne mit der Wahrheit? Was verstehen wir unter dem Begriff Wahrheit? Gottes Gebote, Gottes Weisheit, Gottes Geist und Gedanken, Gottes Erkenntnis: Spr 1,7.20-33; 3,13-20; 4,20-27. Die Wahrheit über das Leben und das richtige Weltbild, kann vor Fehlentscheidungen und egoistischen Todeswegen bewahren. Wer die Wahrheit liebt, braucht in bestimmten Situationen keine Rechtfertigung mehr, sondern lässt sich gerne verändern zum Guten: Mt 18,2-5.
Was heisst das, wie die Kinder werden? Bsp. In der Pubertät durchkämmte ich immer wieder mein Zimmer, um alles Kindische (aus meiner Kindheit) zu entfernen. Auch im neuen Leben in Christus, überprüfen wir immer wieder unser Herz anhand der Wahrheit, um alles Weltliche abzulegen. Wir kehren um und werden wie Kinder, in der Demut und in Bezug auf die Sünde: 1Kor 14,20 (1Joh 2,12).
Wie ziehen wir den Panzer der Gerechtigkeit an?
Es geht nicht um unsere menschliche Gerechtigkeit (Selbstgerechtigkeit), sondern um Gottes Gerechtigkeit: Röm 10,1-3; Mt 9,13. Die menschliche Gerechtigkeit lautet: „Jedes Vergehen fordert seine gerechte Strafe.“ Wer das staatliche Gesetz übertritt, der macht sich strafbar. Selbst Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Vor Gerichtsgebäuden steht manchmal das Standbild der „Justitia“ als Symbol der Gerechtigkeit. Sie hält eine Waage in der Hand; das soll die Sorgfalt und Genauigkeit des Richtens anzeigen. Daneben hält sie das Schwert als Zeichen der strafenden Gerechtigkeit. Schliesslich fällt auf, dass sie eine Augenbinde trägt, damit wird zum Ausdruck gebracht, dass das Recht unabhängig, „ohne Ansehen der Person“ gesprochen werden muss.
Gottes „Justitia“ ist Jesus Christus und seine Gerechtigkeit lautet: „Du bist schuldig, weil du gesündigt hast“ (Röm 3,21ff.). „Mein Sohn hat sein Leben für deine Schuld hingegeben.“ „Wenn du deine Schuld einsiehst und an den Erlöser glaubst, kommst du nicht in ein Gericht, sondern du wirst freigesprochen.“ Gottes Panzer der Gerechtigkeit schützt uns vor dem Gericht und vor allen Angriffen. Nur Gottes Panzer kann unser Herz wirksam vor den tödlichen Pfeilen Satans schützen (2Kor 5,21): Die tödlichen Pfeile sind: Angriffe durch Versuchungen (Jak 1,12). Angriffe durch den Verkläger (Offb 12,10). Gott ist gerecht und wird den Erdkreis richten, ohne Ansehen der Person. Als gerechter Richter muss Gott in seinem Gericht gerecht sein, „ohne Ansehen der Person“, und darf niemand bevorzugen (1Petr 1,17). Wir geben uns nicht mehr der Ungerechtigkeit hin: Römer 6,12-13. Wer sich nach Gottes Gerechtigkeit sehnt, wird glücklich werden. Wer die Gerechtigkeit tut, ist aus Gott gezeugt: 1Joh 2,29; 3,7-10.
Wie tun wir die Gerechtigkeit?
Indem wir glauben, dass Gottes Gerechtigkeit an uns wirksam ist, indem wir diese Gerechtigkeit auch bei unseren Mitmenschen anwenden! Das Tun der gerechten Werke ist Folge - und nicht Voraussetzung - der geschenkten Gerechtigkeit Gottes (Tit 2,11-14). Die Gerechten werden leuchten wie die Sonne: Mt 13,43.
Wofür sind die Schuhe der Bereitschaft gedacht?
Das richtige Schuhwerk war entscheidend auf dem Schlachtfeld, um schnell und flink zu sein, in allen Situationen und nicht auszurutschen (z. B. wie ein Käfer auf dem Rücken). Mit dem richtigen geistigen Schuhwerk sind wir allezeit bereit, einen guten Kriegsdienst zu leisten: 2Tim 2,3-5; Tit 3,1-3. Die Schuhe der Bereitschaft sind dazu gedacht, schnell irgendwohin zu gehen, um das Evangelium des Friedens zu verkündigen. Das Evangelium des Friedens beinhaltet folgendes: Hebr 12,14. Auf Hass mit Liebe zu antworten (1Kor 13). Geben, statt zu Nehmen (Apg 20,35). Dienen, statt sich bedienen zu lassen (Mt 20,26-28).
Wann setzen wir den Schild des Glaubens ein?
Der römische Schild war gross genug, dass ein Krieger sich dahinter verbergen konnte. In Filmen wird oft gezeigt, wie ein Heer von Soldaten die Spitze ihres Pfeils in Pech tauchen, anzünden und brennend abschiessen. Tausende von Pfeilen fliegen so gleichzeitig durch die Luft und töten den feindlichen Gegner in den vordersten Reihen.
Mit dem Schild des Glaubens wehren wir all diese feurigen Pfeile der täglichen Versuchungen ab: 1Petr 4,1-3. Wie sieht ein feuriger Pfeil aus, den wir mit dem Schild des Glaubens erfolgreich abwehren können? Hass, Angst, Depression, Abneigung, Ablehnung, Anklage usw. Ohne den Schild des Glaubens, werden wir mit diesen Pfeilen, tief in unserem Selbstwertgefühl getroffen.
Wie wehren wir all diese Angriffe im Glauben ab? Indem wir unsere Sorgen auf Christus werfen (1Petr 5,7; Phil 4,6-7). Indem wir auf Gott vertrauen, dass er alles sieht und für uns sorgt (Mt 6,25-34). Vom Lohn echter Jüngerschaft: Lk 18,28-30. Wir haben uns selbst verlassen - aufgegeben - kreuzigen lassen. Wir leben nicht mehr unser eigenes Leben, sondern wir leben für Christus (Gal 2,20). Gott ist unser Schild: Psalm 28. David war unermüdlich darum besorgt, nach dem Willen des Herrn zu trachten und Ihm in allem zu vertrauen. Das gereichte ganz Israel zum Segen.
Was verstehen wir unter dem Helm des Heils?
Das Gegenteil von Heil ist Unheil, Unfrieden, Verlorenheit, Strafe (Ps 34,22). Gott selbst wird Rache nehmen, an allen, die nicht ablassen von ihrem gottlosen Wandel, Gott wird allen Heil bringen, die sich bekehren lassen (Jes 59,1-3.7-9.14-15.17-18.20). Der Helm schützt den Kopf, den wichtigsten Teil des ganzen Leibes. Am Heil festhalten heisst, an den Heilsplan Gottes glauben, auch dann, wenn es in unserem Leben Niederlagen gibt. Gott vermag jede Niederlage in einen Sieg umzuwandeln (1Kor 15,57). Es ist wie in einem Internetgame: Werden wir angeschossen, dann ergreifen wir das Heilspacket Christi und werden sofort wieder geheilt. Mit Dankbarkeit erinnern wir uns allezeit an unser Heil: Epheser 1,13-14. Wir mühen uns um unser Heil, mit Furcht und Zittern: Philipper 2,12-18. Auch wir leben mitten in einem verkehrten und verdrehten Geschlecht. Wir halten dieses Lebenswort fest und geben es nie mehr aus den Händen.
Wann kommt das Schwert des Geistes zum Einsatz?
Das Schwert ist der einzige Ausrüstungsgegenstand, der als Angriffswaffe, als auch Verteidigungswaffe eingesetzt werden kann. Das Schwert des Geistes ist das Wort Gottes! Das Wort Gottes ist wie ein zweischneidiges Schwert: Hebräer 4,12. Wenn die Bibel vom geistlichen Angriff spricht, dann kann niemals Streit und Gewalt, im weltlichen Sinne, darunter verstanden werden.
Wie wird das Schwert zur geistlichen Offensive eingesetzt? Das Schwert wird dann offensiv eingesetzt, wenn das Wort Gottes verkündigt wird (Röm 1,16): Z. B. in Evangelisationen (Apg 19,8-12). Z. B. in persönlichen Gesprächen (Apg 18,24-28). Jesus sagt, dass er gekommen ist, um das Schwert der Wahrheit zu bringen, das Familien trennen wird (Mt 10,32-39). Jeder, der das Schwert des Geistes benutzt, sollte sich den Konsequenzen bewusst sein. Es geht nicht darum, dass wir mit anderen Mensch Streitgespräche führen und uns besonders „geistlich“ vorkommen, wenn wir dabei noch das Wort Gottes zitieren können: 2Tim 2,23-26.
Wie wird das Schwert Gottes zur Verteidigung im Kampf eingesetzt? Jesus zitierte das Wort Gottes in seiner Versuchung (Mt 4). Gottes Wort schützt, tröstet, ermutigt, auferbaut, stärkt usw. (6,10)!
Wie sind wir Wachsam im Gebet?
Eine der grössten Hindernisse in der antiken Kriegsführung, war der Mangel an Kommunikation. Dies ist auch in der modernen Kriegsführung ein Problem. Wird die Kommunikation zwischen dem Commander und den Truppen nur für kurze Zeit unterbrochen, kann das verheerende Folgen haben. Ohne das Gebet nützt uns die ganze Waffenrüstung nichts: Denn durch das Gebet bleiben wir mit Gott (Commander) verbunden. Durch das Gebet bleiben wir geistig wachsam: Kolosser 4,2. Durch das Gebet lassen wir uns vom Geist Gottes erfüllen, so dass viele Anschläge und Versuchungen vereitelt werden: Philipper 4,4-7. Im griech. Text wird für beten ein Partizip (betend) gebraucht, was eine andauernde Aktion zum Ausdruck bringt (online sein): 1Thess 5,17. Keiner kann aus eigener Kraft den geistigen Krieg gewinnen.
Schlussfolgerungen
Haben wir die ganze Waffenrüstung Gottes angezogen? Sind wir bereit, den guten Kampf zu kämpfen (1Tim 6,12)? Viele fangen gut an, aber geben schnell wieder auf (Mt 13,21; 2Tim 4,10; Gal 6,9; Offb 2,10). Viele lernen nie, sich in einer Waffenrüstung zu bewegen (1Sam 17,38-39). Lassen wir uns nicht entmutigen durch die, welche vom Glauben abgefallen sind, weil es ihnen an Hingabe mangelte: Titus 1,16. Lassen wir uns nicht entmutigen durch die vielen, die nicht uns, sondern Gott ablehnen (Apg 18,5-10).
Der Sieg ist unser, wenn wir unermüdlich kämpfen und festhalten am Glauben an Jesus Christus: 1Kor 15,57-58. Wir werden einst in der Liste der Kriegshelden des Königs aufgeführt (2Sam 23,8-38; Hebr 11; Offb 3,5; 20,12-15). Nur wer ausharrt bis zum Ende, wird die Krone des ewigen Lebens empfangen (Röm 5,3; Eph 3,13; 2Thess 1,4; Offb 2,8-11).
Die Waffenrüstung Gottes stärkt unseren Glauben und unser Vertrauen zu Christus! Sie macht uns kampftüchtig wie ein Soldat. Sie schützt uns vor den giftigen Pfeilen des Bösen.
Im Reich Gottes wird mit ganz anderen Waffen gekämpft als in der Welt: Jak 3,13-18 (4,7-10). Wir kämpfen den guten Kampf des Glaubens: 1Tim 6,11-12.
Wir sind berufen, für den Glauben an Christus zu kämpfen und zu leiden: Phil 1,27-30.
Kolosser 2,18: „Lasset euch durch niemand um euren Kampfpreis bringen ...“