Wachsen-A01: Der kostbare Wert unserer Seelen

Im Glauben wachsen

 

 

Einleitung

Markus 8,34-38: „Dann rief Jesus die Volksmenge samt seinen Jüngern zu sich und sagte: Wenn jemand mein Jünger sein will, muss er sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen. Denn wer sein (Seelen-) Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein (Seelen-) Leben um meinetwillen und um des Evangeliums will verliert, wird es retten. Was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er selbst dabei unheilbar Schaden nimmt? Denn was könnte ein Mensch als Gegenwert für sein (Seelen-) Leben geben? Wer in dieser Welt von Gott abgefallenen und sündigen Zeit nicht zu mir und meinen Worten steht, zu dem wir auch der Menschensohn nicht stehen, wenn er mit den heiligen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommt.”

Aus diesen Versen geht ganz deutlich hervor, dass das Leben eines Menschen grundsätzlich aus zwei Elementen besteht:

- Aus einem äusseren Wesen, dem Leib und

- aus einem inneren Wesen, der Seele (ψυχή).

Jesus sagt, dass der Reichtum der ganzen Welt nicht ausreicht, als Gegenwert für eine einzige Seele. Eine menschliche Seele ist kostbarer als die ganze Welt? – Ja! Nichts auf dieser Welt reicht aus, um unsere verlorene Seele zu bezahlen und wieder zu erlangen. Sind wir uns der ungeheuren Kostbarkeit unserer Seelen bewusst?

Die Bibel lehrt, dass wir Menschen Seelen sind, die in einem Körper wohnen. In 2. Korinther 5,1 spricht Paulus von einer Zeltwohnung oder vom irdischen Haus, indem unsere Seelen leben. Unser Körper ist also nur eine äussere Hülle, die immer älter wird, bis sie einst zerfällt. Unsere Seele ist eingeschränkt, sozusagen gefangen in unserem Körper. Das himmlische Haus hingegen ist der Ort der Befreiung für unsere Seelen. In der unsichtbaren Welt kriegen wir einen geistigen Leib, in der unsere Seelen wohnen werden. Für die Geretteten gibt es dort keine Einschränkungen mehr, wie im physischen Leib, sondern im Geist wird alles möglich sein. Um diesen befreiten Zustand zu erreichen, muss unsere äussere Hülle zuerst abgebrochen werden, oder abfallen, indem wir sterben.

 

 I.   Warum sind unsere Seelen so kostbar?

Erstens, wegen dem Schöpfer unserer Seelen!
Gott erschuf den Menschen, indem er ihm Lebensodem in die Nase blies (Gen 2,7). Damit erschuf Gott ein einzigartiges, lebendiges Wesen mit einem Leib. Wir sind die Krönung der Schöpfung Gottes! In Epheser 2,10 heisst es: „Denn sein Gebilde sind wir …” Das griechische Wort für Gebilde ist Poiema (ποίημα). Wir sind Gottes Poem, sein Kunstwerk.

Was machen die Gemälde vom spanischen Maler, Pablo Picasso (1881-1973), so wertvoll? Sind es die Farben, ist es das Öl oder das Material, auf dem das Bild gemahlen wurde? Ist es das besondere Gemälde? Nein, es ist der Künstler, der hinter dem Kunstwerk steht! In gleichem Mass sind wir so wertvoll, weil Gott als unser Künstler uns als sein Abbild, als Original-Kunstwerk geschaffen hat. Du bist kein Unfall der Evolution. Du bist kein Waisenkind der Affen. Du bist Gottes Geschöpf und alles Geschaffene im ganzen Weltall, samt dieser Erde, wurde wegen Dir geschaffen. Das ist es, was unsere Seelen so kostbar macht.

Ein zweiter Grund ist ihr Entwicklungspotential.
Wenn jemand z. B. ein Grundstück erwirbt, dann hat er ganz bestimmte Pläne, die er damit verwirklichen möchte. Er möchte z. B. ein Haus bauen, mit einem Swimmingpool und einem Stall für sein Pferd oder einer Garage für sein Auto usw. Er sieht in dem gekauften Objekt Entwicklungspotential. Von Michaelangelo (1475-1564) wird erzählt, als er z. B. einen blossen Marmorblock betrachtete, bereits eine Idee hatte, was daraus werden könnte. Als er einen viereckigen Marmorblock ansah, soll er gesagt haben: „In diesem Marmorblock ist ein Engel und ich werde diesen Engel befreien.” So entstanden einige bekannte Kunstwerke, wie Mose oder David. Aber nicht nur als Bildhauer, sondern auch als Maler (siehe Bild: die Erschaffung Adams) und Dichter wurde Michelangelo sehr berühmt.

Unser Schöpfer sieht in jedem von uns ein riesiges Entwicklungspotential. Es gibt viele Möglichkeiten, wie wir uns zur Ehre Gottes entwickeln können. Durch das Leben werden wir von seinen Händen kunstvoll geformt und nach seinen wunderbaren Plänen veredelt. Unsere Seelen werden wie die kostbarsten Diamanten geschliffen und poliert, bis sie in den himmlischen Glanz der Herrlichkeit seines Reichs ihren Platz finden (Offb 21,19).

Drittens, wegen ihrer Beständigkeit.
Unsere Seelen werden in alle Ewigkeit weiter existieren. Auch dann, wenn wir sterben und unser Körper beerdigt wird. Auch dann, wenn die Sonne verglühen wird. Auch dann, wenn die Erde, der Mond und die Sterne sich in nichts auflösen werden. Unsere Seelen wurden nach dem Abbild Gottes geschaffen und tragen Ewigkeitscharakter. So wie es Gott in alle Ewigkeit geben wird, so werden unsere Seelen in alle Ewigkeit weiter existieren. Gemäss der Bibel wird die Seele entweder im Himmel oder in der Hölle ewig weiter leben. Der Himmel ist die unendliche Erfüllung unserer Seelen, wo es kein Tod, Leid noch Schmerzen mehr geben wird (Offb 21,4).

Jesus verspricht (Offb 21,6-7): „Ich werde dem Dürstenden von der Quelle des Lebenswassers zu trinken geben, umsonst. Wer den Sieg erringt, wird dies alles erben, und ich werde ihm Gott sein, und er wird mir Sohn sein.” Die alte Schlange aber hat es erneut geschafft, die Mehrheit der Menschen mit den Worten zu verführen: „Mitnichten werdet ihr sterben” (Gen 3,4). Die Diskussion über die ewige Hölle kann jedermann im Internet mitverfolgen. Mit gut ausgedachten Argumenten und Ideen wird die Existenz der schrecklichen Hölle verleugnet. Auch gegen die Ewigkeit der menschlichen Seele werden schlaue Argumente angeführt. In unserer von Liebe und Gnade geprägten Zeit, will kaum jemand mehr für möglich halten, dass Gott die ungehorsamen Seelen in der ewigen Hölle bestrafen wird (Offb 9,6). Deshalb fragen sie auch bei jeder Katastrophe ungläubig: Wo ist Gott? Warum lässt Gott das Böse zu? In der Offenbarung 20,15 lesen wir: „Und wer sich nicht aufgeschrieben fand im Buch des Lebens, der wurde in den Feuersee geworfen.”

Viertens, wegen ihrer Einzigartigkeit.
Du bist einzigartig! Es gibt keine zweite Person, die so ist wie Du. Denn Gott macht keine Duplikate, sondern nur Originale. Jeder von uns wurde mit einer einzigartigen Mischung aus Verstand, Gefühl und Wille ausgestattet. Jeder von uns trägt seine eigene Lebensgeschichte. Jeder Mensch wird von Gottes Hand persönlich geformt und veredelt. Diese Tatsachen machen jeden Menschen so wertvoll. Genauso verhält es sich bei Tieren, Pflanzen, Edelmetallen usw. die es sehr selten auf diesem Planeten gibt und sie deshalb so wertvoll machen. Je älter ein biblisches Manuskript datiert wird, desto wertvoller und bedeutender ist es, weil es kein zweites davon gibt. Genauso ist es mit unseren Seelen, die es alle nur einmal gibt.

Obschon auf dieser Welt Milliarden von Menschen leben, ist jeder einzelne ein Unikat. Der himmlische Vater hat seinen einzigen Sohn in diese Welt gesandt, damit wir durch ihn leben (1Joh 4,9).

Fünftens, wegen ihres Preises.
Deine Seele hat einen unzahlbar hohen Preis. In Gottes Augen ist deine Seele kostbarer – als die Ozeane, die Berge und alle Kontinente, als alles Silber und Gold, als alle Diamanten und Rubinen auf dieser Welt, als alle materiellen Bestände und als alle Tiere, als das ganze Universum.

Der Wert deiner Seele übertrifft alles, was Gott je geschaffen hat! Und wenn du die einzige Seele gewesen wärst, die je diesen Planeten Erde bewohnt hätte, so wäre Jesus Christus am Kreuz für dich allein gestorben. So viel bedeutest du dem allmächtigen Gott! Nur Gott allein vermochte den unzahlbar hohen Preis für unsere Seelen zu zahlen. Er war bereit, für uns den höchst möglichen Preis zu zahlen. Der allmächtige Gott tat dies durch das kostbare Blut seines Sohnes, Jesus Christus (1Petr 1,18-19): „Ihr wisst doch, dass ihr nicht mit Vergänglichem, mit Gold oder Silber, freigekauft wurdet aus einem Leben ohne Inhalt, wie es euch von den Vätern vorgelebt wurde, sondern mit dem teuren Blut eines makellosen, unbefleckten Lammes, mit dem Blut Christi.”

Johannes 3,16: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er den einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.”

 

 II.   Welchen Wert gibst Du Deiner Seele?

Wie hoch schätzt Du den Wert Deiner Seele ein?

Welchen Stellenwert gibst du deinem Leben?

Jesus sagt (Mk 8,36): „Was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er selbst dabei unheilbar Schaden nimmt?” Kein Mensch konnte je die ganze Welt gewinnen! Weder Alexander der Grosse, noch Napoleon, Hitler oder Karl Marx. Jeder Einzelne versuchte auf seine Weise die Welt zu erobern. Doch keinem von ihnen ist es nur annähernd gelungen. Selbst, wenn es einem gelungen wäre, was hätte es ihm genützt? Was hätte er damit anfangen wollen in seiner kurzen Lebenszeit? Was hätte es genützt, wenn dabei seine Seele verlorengegangen wäre?

Jesus sagt mit anderen Worten: „Selbst, wenn ein Mensch die ganze Welt besitzen könnte und dabei seelisch ewig verlorengeht, was nützt es ihm dann?” Das Schlimme ist, dass die meisten Menschen nicht einmal einen Bruchteil der Welt besitzen und trotzdem das Wenige noch eintauschen gegen Christus. Judas verkaufte den Herrn Jesus für 30 Silberlinge. Und, war er dabei glücklich und erfüllt?

Im Buch Kohelet 5,9 heisst es: „Wer das Geld liebt, wird des Geldes nicht satt. Und wer liebt Reichtum ohne Ertrag?”

Noch viel schlimmer aber ist, dass niemand auch nur einen Rappen mitnehmen kann, wenn er stirbt! Alles muss zurückgelassen werden. Alles muss der Nachwelt hinterlassen werden. Der französische Kaiser Charlemagne (747-814), oder Deutsch; Karl der Gross (regierte 768-814), war mit Luxus und Pomp kaum zu überbieten. Er regierte eines der grössten Reiche im Westen. Bevor er starb, liess er für sich eine luxuriöse Grabkammer herrichten. Jahrhunderte später öffneten Archäologen sein Grabgewölbe und entdeckten nebst vielen Schätzen einen grossen Thron aus Marmor. Der rote Mann wurde nicht beerdigt, sondern auf diesen Thron gesetzt. Auf dem Haupt hatte er seine Krone, die durch die Verwesung des Fleisches auf seinen Nacken heruntergerutscht war. Doch auf seinen Knien befand sich eine geöffnete Bibel.Mit seinen knochigen Fingern zeigte er auf den Text in Markus 8,36, den wir zu Beginn zitierten, als Jesus sagte: „Was nützt es einem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er selbst dabei unheilbar Schaden nimmt?”

In Lukas 12,16-21 erzählt Jesus das Gleichnis vom törichten reichen Bauer: „Jesus erzählte den Leuten dazu ein Gleichnis: Die Felder eines reichen Mannes hatten einen guten Ertrag gebracht. Der Mann überlegte hin und her: Was soll ich tun? Ich weiss ja gar nicht, wohin mit meiner Ernte. Schliesslich sagte er: Ich weiss, was ich mache! Ich reisse meine Scheunen ab und baue grössere. Dort kann ich mein ganzes Getreide und alle meine Vorräte unterbringen. Und dann werde ich zu mir selbst sagen: Du hast es geschafft! Du hast einen grossen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Gönne dir jetzt Ruhe, iss und trink und geniesse das Leben! Da sagte Gott zu ihm: Du törichter Mensch! Noch in dieser Nacht wird dein Leben von dir zurückgefordert werden. Wem wird dann das gehören, was du dir angehäuft hast? Jesus schloss, indem er sagte: So geht es dem, der nur auf seinen Gewinn aus ist und der nicht reich ist in Gott.”

In einer anderen Situation ermutigte Jesus seine Jünger zum furchtlosen Bekenntnis, indem er sagte (Mt 10,28): „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können. Fürchtet euch mehr vor dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann.”

Und (Mt 10,31): „Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.”

 

 III. Wie steht es um Deine Seele?

Bist du reich in Christus?
Wie sehr bemühst du dich um dein irdisches Leben und wie sehr um das ewige Leben bei Gott? Noch ruft Jesus uns zu, mit den Worten (Mt 6,19-21): „Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motten und Rost sie zerfressen wo Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost sie zerfressen, wo keine Diebe einbrechen und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.”

Es geht nicht um das irdische Leben! Es geht auch nicht darum, dass wir ein bisschen an Gott glauben, aber unser eigenes Leben leben (Mt 6,24): „Niemand kann zwei Herren dienen. Denn entweder wird er diesen hassen und jenen lieben, oder er wird sich an jenen halten und diesen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.”

Wer Jesu Jünger sein will, der muss sich selbst verleugnen und sein Kreuz auf sich nehmen (Mk 8,34). Was heisst das? Das heisst, dass es einen klaren Unterschied geben muss zwischen einem Weltmenschen und einem Gläubigen! Das heisst, dass wir Gottes Nähe suchen! Denn unser Schöpfer ist unser Leben! Ohne IHN geht gar nichts! Unser ganzes Leben ist auf den Herrn ausgerichtet! Der Herr ist unser Lebensziel! Das irdische Leben und die Welt sind uns sekundär geworden.

Wenn wir am Sonntagmorgen als Gemeinde zusammenkommen, dann feiern wir jetzt schon auf Erden unseren Erlöser, Jesus Christus. Wir feiern den Sieg, den er uns bereits geschenkt hat und richten unsere Blicke himmelwärts auf das grosse Endziel unseres Glaubens. Durch die Glaubenstaufe im Wasser wurden wir mit Jesu Blut von allen Sünden reingewaschen. Nun stehen wir gereinigt und geheiligt vor Gottes Thron, um als Braut Christi gemeinsam unseren Herrn anzubeten und IHM unermüdlich zu danken für seine Rettung. Gott hat uns das kostbare ewige Seelenleben geschenkt in Jesus Christus. Wir leben nicht mehr uns selbst, sondern für Christus (Gal 2,20)! Diesem Leben wollen wir Sorge tragen, weil es so kostbar ist. Mit jeder Entscheidung und jedem Schritt schreiben wir Geschichte, unsere Lebensgeschichte, die unverwischbare Spuren zurücklässt.

 

 Schlussfolgerungen

Warum ist unsere Seele so kostbar?

- Wegen dem Schöpfer unserer Seelen.

- Wegen ihrem Entwicklungspotential.

- Wegen ihrer Beständigkeit.

- Wegen ihrer Einzigartigkeit.

- Wegen ihres Preises.

Wer den kostbaren Wert seiner Seele erkannt hat, der geht nicht gleichgültig um mit seinem Leben: Es ist nicht egal, ob wir wiedergeboren sind oder nicht! Es ist nicht egal, ob wir getauft wurden und einer Gemeinde angehören oder nicht!

Gott gibt uns in seinem Wort ganz klare Anweisungen, wie wir unsere Seelen reinwaschen lassen und wie wir Glied der heiligen Gemeinde Jesu werden (1Petr 3,20-22). Es gibt nicht tausend Wege, um gerettet zu werden, sondern nur einen Weg: Durch die geistige Wiedergeburt!