1. Petrus-2c: Die königliche Priesterschaft

Leiden, die sich lohnen

Kapitel 2 (Teil 1): Vertraut dem kostbaren Eckstein

 

 

 Verse 9-10: Ihr seid die königliche Priesterschaft.

Petrus gebraucht ein drittes symbolisches Bild für alle Gläubigen, von dem wir bereits gesprochen haben: die königliche Priesterschaft. Damit werden weitere Bedeutungen oder Bezeichnungen verknüpft. Wir sind das von Gott auserwählte Geschlecht oder die auserwählte Rasse, wie damals die Israeliten es waren (Dtn 4,32-34). Deshalb sollten wir nicht denselben Fehler machen wie das Volk im AT, dass dieses aussergewöhnliche Vorrecht nicht genügend wertschätzte.

Der höchste Schöpfergott des Universums nahm sich einem versklavten Volk im gottlosen Ägypten an. Das gab es noch nie in der Menschheitsgeschichte, dass sich ein Gott so liebevoll um ein kleines und unbedeutendes Sklavenvolk auf Erden kümmerte. Doch Gott nahm sich den Israeliten an, machte einen Bund mit ihnen, weihte sie und schwur den Eid, dass er sie mit starker Hand führen und beschützen würde (Dtn 7,6-9).

Genauso hat Gott heute sein auserwähltes Volk. Ein Volk das in allen Nationen der Welt zerstreut lebt. Ein Volk das verschiedene Sprachen spricht und von ganz unterschiedlichen Kulturen geprägt wird. Ein Volk das Gott sich zu eigen gemacht – mit dem der Herr seinen neuen Bund aufgerichtet und es durch Jesus Christus vereint hat. Ein Volk das dieselben aussergewöhnlichen Privilegien geniesst, wie das Volk Israel im AT (Röm 9,24-26). Dieses aussergewöhnliche Vorrecht sollten wir niemals missachten!

Wir sind die heilige Priesterschaft, die nun das Vorrecht hat, geistliche Opfer darzubringen. Das heisst, durch den Glauben an Jesus nehmen wir den Platz der alttestamentlichen Priesterschaft ein. Der Klerus in der kat. Kirche ist nicht biblisch und somit nicht Gottes Wille! Es gibt keine ordinierte Priesterschaft, die von Menschenhand eingesetzt wird.

Jesus Christus ist nun der ewige Hohe Priester (Hebr 7,23-25), der uns gläubige Frauen und Männern zum neutestamentlichen Königreich von Priestern einsetzt (Ex 19,6). Er ist der Hohe Priester des neuen Bundes, der uns für den Dienst an den himmlischen Gütern ausrüstet (Hebr 9,11-15). Vor dem Herrn sind Männer und Frauen alle gleich (Gal 3,28). Aber wir haben nicht alle dieselben Aufgaben in der Gemeinde (1Kor 12,28-31). Es geht hier nicht um eine irdische Organisation, die von Menschen geführt wird. Es geht um die himmlische Ordnung, die von Gott allein bestimmt wird (1Tim 2,11-15; 3,15).

Wir haben Zutritt zum Heiligtum Gottes und dienen dem Herrn mit geistlichen Opfern, wie die Priester des alten Bundes. Es gibt allerdings einen grossen Unterschied:

Im alten Bund waren die vielen Tieropferungen eine gesetzliche Bürde (siehe Leviticus). Im neuen Bund sind die geistlichen Opfer uns Gläubigen eine Freude und eine Ehre. Sie geschehen aus lauter Dankbarkeit und zum Lob und Preis Gottes. Die Gläubigen im neuen Bund kennen keine Zwangsopfer, sondern nur Dankopfer (Hebr 13,15)! Deshalb werden im Neuen Bund bessere Opfer dargebracht. Alles begann mit dem Opfer Jesu (siehe Hebr 9,6-20.23-28).

Im Neuen Bund sind wir Gläubigen als Priester wirklich heilig gemacht worden durch Jesus Christus, im Gegensatz zu den alttestamentlichen Priestern.

Wir sind das auserwählte Geschlecht oder die auserwählte Rasse. Das hat nichts mit unserer fleischlichen Geburt zu tun wie im AT, sondern mit der Wiedergeburt des Geistes durch die Taufe (Tit 3,5). Allein unsere Wiedergeburt unterscheidet uns von den Ungläubigen. Das gibt uns keinesfalls Anlass zum Hochmut, sondern es macht uns demütig. Die Wiedergeburt macht uns zu Dienern des neuen Bundes (Röm 7,6; 2Kor 3,6). Der Buchstabe = der alte Bund tötet. Der Geist = der neue Bund macht lebendig.

Wir sind nun das heilige Volk Gottes (Ex 19,6). Wie das Volk Gottes im AT, haben wir eine ganz besondere Bestimmung, im Gegensatz zu den übrigen heidnischen Völker der Welt. Auch wir waren einst kein Volk (V. 10), sondern Fremde, fern von Christus und ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels (Eph 2,12). Wir lebten in der Finsternis, ohne Hoffnung und ohne Gott in der Welt (Eph 5,8). Wir taten einst die unfruchtbaren Werke der Finsternis (Eph 5,11). Aber jetzt sind wir Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes (Eph 2,19-21). Wir sind Teil des heiligen Tempels (= Himmels) im Geist. Wir sind das Volk des Eigentums Gottes (Tit 2,14)!

 

 Schlussfolgerungen

Das erste symbolische Bild bezieht sich auf das Wort Gottes (= Milch). Diese unverfälschte Milch der Lehre bringt uns im Leben Glück und Erfolg (Spr 16,20). Verlangen nach der unverfälschten Milch drückt sich im Eifer aus, mit unserem ganzen Denken und Handeln Gott zu gefallen zu leben (1Thess 4,1).

Das zweite symbolische Bild bezieht sich auf Jesus Christus (= Eckstein). Wer sich aufbauen lässt zu dem einen lebendigen Eckstein, Jesus Christus, der wird selbst zu einem lebendigen Stein. Der wahre Tempel Gottes in Jerusalem war nie der materielle Tempel aus Mörtel und Steinen! Der wahre Tempel wurde nicht von Salomo –, sondern von Jesus Christus gebaut und ist unzerstörbar (Joh 2,19).

Das dritte symbolische Bild bezieht sich auf alle Gläubigen (= Priesterschaft). Jesus Christus ist der Hohe Priester und wir sind seine königliche Priesterschaft, die am himmlischen Heiligtum dient (Hebr 10,19-22). Jesus selbst hat uns durch seine Barmherzigkeit erlöst und zu geweihten Priestern für sein Reich eingesetzt. Ob Mann oder Frau, wir Gläubigen bilden nun das heilige Volk des neuen Bundes, das unter seiner Führung steht.

 

Fortsetzung Kapitel 2 (Teil 2):  Führt ein wolgefälliges Leben