Markus-01: Vorbereitungsphase

Jesus, der Diener

 

 

JOHANNES DER TÄUFER (V. 1-15)

Vers 1: Ob diese Worte eine alte Überschrift des Evangeliums sind oder ob sie vom Verfasser gewählt wurden, wissen wir nicht genau.

In jedem Falle sind sie eine passende Einleitung zum Inhalt dieses Buches. Es gibt ältere Texte, die hinzufügen: „dem Sohn Gottes.“ Markus spricht hier vom Anfang: Was meint er damit? Er meint ganz einfach, dass hier die frohe Botschaft von Jesus, dem Christós (= gesalbten König) beginnt.

 

Verse 2-3: Auf die Verheissungen, die die Propheten brachten, baut sich die Verkündigung Jesu auf.

Die Bibel muss als Buch betrachtet werden, das abgeschlossen von sich selbst zeugt. Es geht also nicht darum, dass wir von Ereignissen in der Bibel lesen, die noch kommen werden. Sondern, es geht darum, dass die Bibel ihren göttlichen Anspruch gerade deshalb erheben kann, weil sie von Aussagen und Versprechungen redet, die Jahrhunderte später aufs Genauste eintrafen und sich erfüllten. In diesem Sinn ist auch das Prophetenwort in Jesaja 40,3-5 zu verstehen: Weshalb sollen die Berge und Hügel eben werden? Weil kein Hindernis im Wege stehen soll, damit der Gesalbte des Herrn kommen kann und allen Menschen die Botschaft der Erlösung bringen kann. Johannes der Täufer nimmt also Bezug auf dieses Wort und sagt an, dass nun die Zeit da ist, in der sich Jesajas Worte erfüllen.

Maleachi 3,1: Wer ist mit dem Boten gemeint? Erst in Markus 1 sehen wir, dass Johannes der Täufer der Bote war, der den Weg des Herrn bereiten soll. Wer ist mit dem Bundesengel gemeint? = Jesus.

Maleachi 4,5-6: Wer ist Elia?
Bei der Ankündigung der Geburt des Johannes erfahren wir, wer damit gemeint war (Lk 1,17). Jesus bezeugt dies auch im Matthäus 17,10-13 (11,14). Johannes zeugt von sich selbst (Joh 1,19-28).

 

Vers 4: Zu welchem Zweck war die Taufe des Johannes?
Die Taufe des Johannes fand auf Grund der Busse zur Vergebung der Sünden statt. Wurden die Sünden völlig getilgt? Nein! Es kann keine Reinigung von Sünden geben, ohne dass dabei Blut vergossen wird (Hebr 9,22). Obschon unter dem Alten Bund mit all den Tieropfern viel Blut vergossen wurde, so konnten sie dennoch die Sünden der Menschen nicht tilgen (Hebr 10,4). Der Mensch sündigte immer wieder. Zudem gab es für verschiedene Sünden im AT noch keine Vergebung, sondern nur die Todesstrafe.

Die Taufe des Johannes war also nicht die gültige Taufe (Apg 19,1-5). Dennoch ist es eindeutig, dass Johannes mit Wasser untertauchte. Wer jedoch von Johannes getauft wurde, musste sich nochmals taufen lassen. Weshalb? Weil er den Heiligen Geist noch nicht empfangen hatte. Die Taufe des Johannes sollte vielmehr auf Jesus hinweisen und auf das freudige Ereignis der Sündenvergebung durch Christi Blut vorbereiten.

Erst in der Taufe Jesu empfängt man die Vergebung von aller Schuld (Apg 2,38). Interessant ist, dass Jesus nicht selbst taufte. Weshalb nicht? Jesu Auftrag war es nicht, Menschen zu taufen, sondern sein Blut für die Menschen hinzugeben, damit sie durch die Taufe im Gewissen gereinigt werden können (1Petr 3,21; 1Kor 6,11).

 

Vers 5: Das ganze jüdische Land?
Das ist nicht wörtlich zu verstehen. Es ist von allen Menschen in diesem Gebiet die Rede. Auch alle Bewohner von Jerusalem. Vermutlich ist auch diese Aussage nicht wörtlich zu verstehen, sondern es ist einfach viel Volk gemeint.

Warum kamen alle diese Menschen zu Johannes an den Jordan? Weil sie ihre Sünden bekennen wollten. Sie warteten sehnsüchtig auf den Messias, von dem in den Propheten die Rede war. Die Juden waren in einem sehr schlechten geistigen Zustand und bekamen neue Hoffnung, als endlich der Messias angekündigt wurde (Mt 11,28-30).

 

Vers 6: Johannes war schon ein aussergewöhnlicher Mensch, wie Elia (2Kön 1,8).

 

Vers 7: Was meint Johannes mit „stärker“?
Es hat nichts mit körperlicher Stärke zu tun. Johannes weist auf die Macht Jesu hin, dem Sohn Gottes (Mt 28,18). Die Aufgabe des Johannes war „nur“ auf den Erlöser hinzuweisen.

 

Vers 8: Was meint Johannes mit der Taufe des heiligen Geistes?
Er spricht hier von einer Verheissung, nicht von einem Befehl (Mt 28,19). Was ist das für eine Verheissung? (siehe Joel 2,28-32; oder Elberfelder 3,1-4) Gilt diese Verheissung allen Menschen oder nur einer bestimmten Gruppe? – Joh 14,15-18.26; 16,13: Der Geist der Wahrheit ist der Beistand den nur die zwölf Apostel empfangen sollten.

Johannes 17,18: Jesus wählte zwölf Jünger, damit sie nach seinem Weggang in der ganzen Welt predigen.

Lukas 24,49: Die Verheissung des Vaters ist der heilige Geist aus der Höhe, der die Apostel lehren und leiten soll im Aufbau der Gemeinde.

Apostelgeschichte 1,2-5.8: Hier verspricht Jesus den Zwölfen die Geistestaufe, von der Johannes der Täufer sprach.

Wo finden wir die Erfüllung dieser Verheissung?

Apg 2,1-4.14-17:
Das ist die erste Ausgiessung des Heiligen Geistes.
Hier erfüllt sich, was Joel prophezeite, was Johannes verkündigte, was Jesus seinen zwölf Jüngern verheissen hatte. Diese Ausgiessung betraf nicht alle Bewohner in Jerusalem, sondern nur die Apostel Christi.

Apg 10,44-48:
Hier fand die zweite Ausgiessung des Heiligen Geistes statt.
Wir lesen in der Bibel nur von zwei Ausgiessungen: Zu Pfingsten über die Apostel (Apg 2). Zu Cäsarea über die Heiden (Apg 10). Die zweite Ausgiessung fand ca. zehn Jahre später statt (Apg 11,15-18). Hier verteidigt sich Petrus vor den Judenchristen, die ihm wegen diesem Ereignis Vorwürfe machten (11,3). Doch schliesslich sahen sie ein, dass Gott auch die Heiden in seinen Heilsplan miteingeschlossen hat. Dadurch erfüllt sich auch das Prophetenwort vollständig, da ja von „allem Fleisch“ die Rede ist (Joel 3,1).

In diesem Sinn sind auch die Worte des Johannes zu verstehen, die sich auf Juden und Heiden beziehen. Es wird nicht gesagt in diesen Versen, dass die Geistesausgiessung immer wieder statt finden wird. Es wird auch nicht gesagt, dass jeder der sich zu Christus bekehrt, mit dem Heiligen Geist getauft wird. Es ist lediglich eine allgemeine Aussage, die wir erst später in ihrer Erfüllung richtig verstehen (Apg 1,5; 11,16).

 

DIE TAUFE JESU (V. 9-11)

Vers 9: Woher kam Jesus? (= aus Nazareth in Galiläa.)
Jesus wollte sich taufen lassen, wie die andern Menschen, die aus allen Himmelsrichtungen zum Wasser kamen. Warum wollte sich Jesus taufen lassen, da er doch keine Schuld hatte? – Mt 3,15: um alle Gerechtigkeit zu erfüllen!

 

Vers 10: Die Taufe des Johannes hatte noch einen weiteren wichtigen Zweck!

1. Johannes 1,33-34:
Es ging darum, dem Johannes zu zeigen, wer der Sohn Gottes ist. Gott gab ihm ein Zeichen (der Geist wird wie eine Taube herabschweben). Es besteht kein Zweifel, dass Jesus im Wasser untergetaucht wurde (nicht besprengt). Die Taufe Jesu war die Salbung zum König (Lk 4,18-21; Jes 61,1-2).

 

Vers 11: Hier erfüllt sich, was der Prophet Jesaja sagte (Jes 42,1; Ps 2,7).

 

DIE VERSUCHUNG JESU (V. 12-13)

Wo wurde Jesus versucht? (= in der Wüste, siehe Karte).

Von wem wurde Jesus versucht? (= von Satan)
Hebräisch Widersacher, Gegner, Feind. Der Teufel wird in der Parallelstelle (Mt 4,1), Diabolos - (dia/boloj) genannt = Durcheinanderwerfer (er wirft alle Gesetze durcheinander, indem er sie vermischt mit Gutem und Bösem und ein totales Chaos hinterlässt). Auch genannt: An - oder Verkläger (Offb 12,10).

Wie lange wurde Jesus in der Wüste versucht? – 40 Tage (gem. Lk 4,2)
Haben diese drei Versuchungen tatsächlich vierzig Tage gedauert? Wir können nichts mit Bestimmtheit sagen und es wäre falsch, diese Zahl 40 rein symbolisch zu sehen. Die Zahl 40 spielt in der ganzen Bibel eine wichtige Rolle und stellt immer eine lange Zeitspanne dar. Was gibt es alles für Beispiele mit 40 Tagen?

-Sintflut (Gen 7,17; 8,6)

-Fasten Mose auf dem Berg (Ex 24,18)

-Erkundung des Landes Kanaan (Num 13,25)

-Mose Gebet für Israel (Dtn 9,25-26)

-Goliats Herausforderung (1Sam 17,16)

-Elias Weg zum Horeb (1Kön 19,8)

-Jonas Ankündigung des Untergangs von Ninive (Jona 3,4)

Matthäus 4,1-11:
Es ist interessant, dass Jesus unmittelbar („sogleich“) nach der Taufe einer so schweren Prüfung ausgesetzt wurde. Oft ist es so, dass man nach der Taufe in einer besonderen Weise vom Teufel versucht wird. Deshalb fallen viele schon nach kurzer Zeit wieder ab und es ist oft schlimmer mit ihnen als vorher (Mt 12,43-45).

War diese Versuchung ein Zufall? (= „... vom Geist Gottes in die Wüste ...“). Es war auf jeden Fall kein Unfall. Noch war es der Teufel, der sich Jesus vornahm. Es war allein von Gott selbst veranlasst. Jesus ist dazu erschienen, die Werke des Teufels zu zerstören (1Joh 3,8). Die Versuchung in der Wüste war die erste Auseinandersetzung Jesu in einem langwierigen Konflikt mit dem Bösen. Jesus siegte und Engel traten zu ihm hin und dienten ihm (= beteten ihn an). Im Garten Gethsemane wurde Jesus von Engeln gestärkt (Lk 22,43.

Nach Inhalt und Auflage ist die Versuchung in der Wüste, die zweite Auflage der Versuchung in Eden (Gen 3,4-7).

1. Satans Methode:

Lüge Nr. 1: „Mitnichten werdet ihr sterben.“

Lüge Nr. 2: „Es werden euch die Augen aufgehen.“

Lüge Nr. 3: „Ihr werdet wie Gott sein.“

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2. Versuchungen und Antworten Jesu:
Ist es nicht natürlich, nach einer langen Fastenzeit seinen Hunger zu stillen?
Gab es eine bessere Möglichkeit, die Gottessohnschaft zu bezeugen, als durch ein Wunder, Steine zu Brot zu machen? Oder, sich von der Höhe herabzustürzen?

3. Die Methode Satans ist immer noch gleich geblieben:

Er zitiert Worte Gottes! (Irrlehrer)

Er versucht uns, weil Gott es zulässt (Jak 1,13-15).

Doch der Sieg ist uns gewiss, wenn wir standhaft bleiben (Jak 1,12).