Eigenschaften-02: Allwissenheit

Eigenschaften Gottes

 

 

Einleitung

Wie reagieren wir auf die Tatsache, dass unser Schöpfergott genau weiss, wer wir sind oder was wir denken, welche Stärken und Schwächen wir haben? Macht das uns Angst oder beruhigt das uns? In der Welt fürchten wir vielleicht die Ablehnung der Menschen. Deshalb geben sich viele bedeckt, weil sie fürchten, von anderen in ihren Schwächen oder ihrer Andersartigkeit nicht genügend geliebt zu werden.

Bei Gott, der uns durchschaut, löst diese Erkenntnis Liebe und Erbarmen aus. Gott wusste von Anfang an, dass seine Menschengeschöpfe sündigen werden. Deshalb plante Gott das Heil vor Grundlegung der Welt (Eph 1,4). Sein Ziel ist es, durch das Opfer Jesu Christi uns von den Sünden reinzuwaschen und mit uns eine ewige Gemeinschaft zu pflegen (Joh 3,16; Hebr 9,15.26; 1Tim 2,4).

Allwissenheit und Allgegenwart sind eng miteinander verbunden.

- Gott weiss alles, weil er überall dabei war, schon bevor etwas entstand.

- Gott lernt nicht, denn er weiss bereits alles.

- Gottes Allgegenwart hilft uns zu verstehen, wie Gott weiss.

- Deshalb wusste der Herr von der Sünde Adams und Evas längst Bescheid, bevor er abends in den Garten Eden ging (Gen 3,8).

 

Gott sieht alles

Aus den Sprüchen erfahren wir (Spr 15,3): „Die Augen des HERRN sind überall, sie wachen über Böse und Gute.” Den wachsamen Augen Gottes entgeht nichts (Hiob 34,21). Niemand kann sich vor dem Herrn verstecken (Ps 139,2.7-12).

Der Prophet beschreibt seine göttliche Vision von der Herrlichkeit des Herrn (Ez 1,18). Er sieht Räder mit dicken Felgen, auf denen rundherum Augen sind, die alles sehen. Damit versucht er die Allgegenwart und Allwissenheit Gottes zu beschreiben.

Auch der Apostel Johannes unternahm einen Versuch, Gottes Allwissenheit zu beschreiben (Offb 4,8). In seiner Vision sah er thronende Kerubim, die in ihrer Überlegenheit mit ihren vielen Augen nichts übersehen und alles sofort dem höchsten Gott übermitteln. Das gebräuchlichste Bild von Gott ist, der über Kerubim thront (2Kön 19,15; Ps 80,2; 99,1; Jes 37,16).

Weil der Herr sah, wie sich Achan an der Beute vergriff, die „der Vernichtung geweiht war” musste das Volk bei der Eroberung von Ai eine schwere Niederlage hinnehmen (Jos 7). Auch Josua wusste davon nichts, nur die Augen des Herrn sahen alles. Diese Sünde Achan diente den Israeliten als ewiges Mahnmal.

 

Gott kennt unsere Herzen

Gott kennt unsere Herzen und tiefsten Gedanken (Apg 1,24). Nichts bleibt ihm verborgen (Jer 20,12). Der Herr weiss ausnahmslos Bescheid über uns (Ez 11,5). Er kennt unsere Bedürfnisse, bevor wir ihn um etwas bitten (Mt 6,32b). Er kennt unsere Haltung, alles Sinnen und Trachten (1Kön 8,39; 1Chr 28,9). Deshalb kann Gott uns Menschen vollkommen prüfen, einschätzen und gerecht richten (Ps 7,10.12; Jer 11,20a; 17,10). Niemand kann sich bei dem Herrn rechtfertigen oder herausreden (Spr 21,2; 16,25). Gott kennt die tiefsten Geheimnisse unseres Herzens (Ps 44,22; Ps 69,6).

Der Herr sucht keine Rituale und keine Opferungen wie im AT. Er sucht unser einsichtiges und demütiges Herz (Ps 51,19). Der Herr sieht ins Verborgene und hört all unsere Gebete (Mt 6,6). Was könnten wir Gott schon schenken, da er nichts bedarf, weil ihm alles gehört (Apg 17,25; Ps 50,9-14).

Weil Jesus der Sohn Gottes ist, kennt auch er das Sinnen und Trachten der Menschen (Mt 9,4; Mk 2,8; Lk 5,22). Deshalb gibt er jeder einzelnen Gemeinde zu verstehen, dass er alles genau im Bild ist über die Gläubigen und ihre Situation in den Städten (Offb 2,2.9.13.19; 3,1c.8.15). Alle Gemeinden sollen erkennen, dass Gott der Herr ist, der Herzen und Nieren erforscht und deshalb einem jeden gerecht vergelten kann (Offb 2,23; Ps 26,2).