Gottesdienst-08: Im Haus des Vaters

Gottesdienst – Anbetung

 

 

 Einleitung

Heute möchte ich zu euch über eure Wohnungen sprechen. Wie sehen eure Wohnungen aus? Sind sie sauber geputzt? Werden sie von euch bewohnt, oder seid ihr ständig auswärts? Sorry! Ich spreche nicht von euren irdischen - sondern von euren geistlichen – Wohnungen!

Wir alle besitzen eine geistliche Wohnung. Es gibt irdische Wohnungen, die unsere physischen Leiber beherbergen. Es gibt geistliche Wohnungen, die unsere Seelen beherbergen. Worauf setzen wir? In die irdische oder in die himmlische Wohnung?

Jesus bestätigte seinen Jüngern vor dem Kreuzestod: Joh 14,1-4. Diese Worte gelten auch allen Gläubigen in Christus. Jesus hat für jeden von uns im Himmel eine Wohnung zubereitet. Wer an Gott und seinen Sohn glaubt, der wird einmal seine himmlische Wohnung endgültig beziehen. Jesus erklärte weiter (V. 23): „Wer mich liebt, wird mein Wort bewahren, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und uns bei ihm eine Bleibe [Wohnung, Haus] schaffen.“

 

 I.   Unser himmlisches Haus

Jeder erhält einmal sein eigenes Haus im Himmel. Ein Haus wie wir es noch nirgends gesehen haben; stabil und beständig. Ein Haus mit einem Dach, das nie undicht wird. Ein Haus mit einem sicheren Fundament, das nicht erschüttert werden kann. Die Wände bekommen keine Risse und werden nie einstürzen. Ein Haus das ganz neu ist und schöner als jedes Schloss, das wir je gesehen haben. Ein Haus, das ewigen Bestand hat, wo wir sicher wohnen dürfen für immer. Kein Sturm, kein Erdbeben, keine Naturkatastrophe wird dieses Haus je zerstören.

Die meisten Menschen setzen viel zu sehr auf die irdischen Dinge, statt auf die himmlischen. Ihr ganzes Leben lang arbeiten sie hart, um sich ein irdisches Häuschen zu finanzieren, das vergänglich ist und am Ende verlassen werden muss. Das Dach wird früher oder später undicht. Das Fundament wird jedes Jahr älter und brüchiger. Auch die Wände bekommen Risse, so dass das Haus immer wieder renoviert werden muss usw. Es steht in ständiger Gefahr einmal durch eine Naturkatastrophe zerstört zu werden. Wer möchte nicht viel lieber auf das himmlische Haus setzen, das für unsere unvergängliche Seele ewige Sicherheit und Geborgenheit bietet?

Der Herr möchte, dass wir schon jetzt in diesem irdischen Leben ganz umziehen in sein unvergängliches Haus, das er für uns zubereitet hat (damit meine ich nicht den Tod!). Es ist gross und wunderschön, mit bester Aussicht. Es schenkt uns innere Ruhe und Frieden. Es schützt und versorgt unsere Seelen für die Ewigkeit. Es ist immer genug Essensvorrat da und reines Wasser in Fülle. Weshalb will der Herr, dass wir in sein Haus einziehen? Ganz einfach, weil Gott unser Vater ist. Weil Gott uns ganz nah sein will. Weil Gott uns dazu bestimmt hat, einmal in seinem Haus zu wohnen.

 

 II.   Der Herr ist unsere Wohnstätte

Apg 17,26-29:
Es ist ein riesiger Fehler zu denken, dass Gott weit weg sei. Gott ist jedem von uns ganz nah! Gottes Gegenwart durchdringt alles. Wir leben und bestehen nur in IHM! Der Herr ist unser festes Dach, unsere schützende Mauer, unser unerschütterliches Fundament. David sagt das in einem Psalm so (Ps 31,4): „Mein Fels und meine Burg bist du ...“

Psalm 46: Eine Burg ist uns der Gott Jakobs.
Schon Mose erkannte (Ps 90,1): „Herr, ein Hort warst du uns von Generation zu Generation.“ Ein Hort ist eine sichere Wohnstätte. Eine Kindertagesstätte oder ein Kindergarten wird in speziellen Fällen auch Hort genannt. Gott will unser Hort sein, unsere Wohnstätte. Was für ein wunderbarer Gedanke! Der himmlische Vater ist unser Zuhause. Der Ort, wo wir unsere Schuhe ausziehen dürfen und unseren gemütlichen Trainer anziehen. Der Ort, wo wir uns erholen und auftanken. Der Ort, in dem wir uns wohl und geborgen fühlen. Der Ort, der uns bestens bekannt ist und uns niemand zeigen muss, wo sich das Badezimmer oder die Küche befindet. Der Ort, der uns schützt vor allen Feinden. Gottes Haus wurde noch nie ausgeraubt! Es ist der sicherste Ort, den es gibt. Gott kann auch unsere Wohnstätte sein.

 

 III. Im Haus unseres Vaters leben

Der himmlische Vater hat kein Interesse für uns bloss ein Wochenendhaus, ein Bungalow, oder eine Ferienhütte zu sein. Er möchte auch kein Altersheim sein für uns. Gott möchte viel mehr! Er möchte uns jetzt und jederzeit unter seinem Dach bergen. Er möchte unsere Postadresse sein, unsere Telefonnummer und unsere E-Mailadresse. Er möchte, dass wir in seinem Haus wohnen, damit er in unseren Herzen wohnen kann. Als das Volk Israel durch die Wüste zog, da erschien ihnen Gott nicht nur einmal am Tag, sondern er war konstant gegenwärtig, durch eine Wolke während des Tages, durch eine Feuersäule während der Nacht (Ex 40,38). Bevor Jesus in den Himmel entrückt wurde, versprach er all seinen Nachfolgern (Mt 28,20): „Und seid gewiss: ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Wer verstanden hat, dass Gott, unser Schöpfer, immer bei uns ist als unsere Tageswolke und unsere Feuersäule in der Nacht, der führt ein verändertes Leben. Der Himmel kennt keinen Unterschied zwischen Sonntag und Montag. Gott sehnt sich nicht nur am Sonntagmorgen nach uns, wenn wir ihn als Gemeinde anbeten. Gott will immer bei uns sein und mit uns leben (Lev 26,12; 2Kor 6,16). Vielleicht gibt es Tage, an denen wir kaum oder gar nicht an den Herrn denken. Der Herr aber lässt uns keinen Moment aus den Augen. In diesem Sinn verstehen wir auch besser, wenn Paulus sagt:

„Alles Hochragende, das sich erhebt wider die Erkenntnis Gottes, und alles Denken führen wir dem Gehorsam Christi zu“ (2Kor 10,5).

„Betet ohne Unterlass“ (1Thess 5,17).

... am Gebet haltet fest“ (Röm 12,12).

„Von Gebet und Fürbitten lasst nicht ab: Betet allezeit im Geist und dazu seid wach“ (Eph 6,18).

„Durch ihn wollen wir Gott allezeit als Opfer ein Lob darbringen, das heisst die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen“ (Hebr 13,15).

„Haltet fest am Gebet, wachen Sinnes und voller Dankbarkeit!“ (Kol 4,2).

Der König David, ein Mann nach dem Herzen Gottes, bekannte (Ps 27,4-5): „Eines nur habe ich vom Herrn erbeten, dies eine erbete ich; zu wohnen im Hause des Herrn alle meine Tage, zu schauen die Freundlichkeit des Herrn und nachzusinnen in seinem Tempel.“ In seinem berühmten Psalm, „Der Herr ist mein Hirt“, sagt er am Ende (Ps 23,6): „Güte und Gnade werden mir folgen alle meine Tage, und ich werde zurückkehren ins Haus des Herrn mein Leben lang.“ David sehnt sich nach dem himmlischen Vater und möchte nichts anderes, als in seinem Haus wohnen für immer.

Der Apostel Johannes sah bereits in einer göttlichen Vision in die Zukunft, wie die Gläubigen mit Gott einst vereint wohnen werden: Offb 21,3.

 

 Schlussfolgerungen

Vielleicht sagt nun der eine oder andere: „Das ist ja alles schon richtig, aber wir müssen auch realistisch sein, denn wir befinden uns noch im irdischen Leben!“ Vergebt mir, wenn ich um Unterscheidung bitte! Wir dürfen realistisch bleiben, indem wir Gott in unser Leben miteinbeziehen. Wir sind nur einen Schritt von unserem Vaterhaus entfernt. Wo immer wir uns im Alltag befinden, unser Vater ist bei uns und will unsere sichere Wohnstätte sein. Es ist unsere freie Entscheidung, ob wir jeden Tag mit Gott leben wollen oder nicht. Wir brauchen uns nicht vom Alltag beherrschen zu lassen! Es gibt immer einen Weg, um uns Gottes Gegenwart von neuem bewusst werden zu lassen.

Unser Gottesdienst soll sich niemals auf die anderthalb Stunden am Sonntagmorgen beschränken! Es gibt viel mehr zu holen, zu profitieren bei Gott! Der himmlische Vater ist uns ganz nah und jederzeit ansprechbar. Er wartet auf uns und ist bereit zu helfen, zu trösten, zu stärken und uns zu führen.

Wann leben wir im geistlichen Haus mit Gott? Wenn wir angegriffen oder verletzt werden und nicht aufbrausen, laut werden uns zur Wehr setzen und das sichere Haus verlassen, sondern ruhig bleiben können im Geist Gottes. Wenn wir abgelehnt oder gehasst werden und segnen können, weil wir wissen, dass wir unter Gottes Obhut geborgen sind und geliebt werden. Wenn uns etwas misslingt oder wir sogar sündigen und wir uns demütig sofort an den Herrn wenden, weil wir mit seiner Gegenwart und seinem Beistand weiter rechnen wollen. Wenn wir dem Herrn vertrauen, auch dann, wenn es uns im Leben schlecht geht.

Gott liebt es, wenn wir nach IHM rufen als unser Abba, Vater. Über zweihundert Mal nannte Jesus den allmächtigen Gott „Vater“. Das erste Mal lesen wir davon, als Jesus seinen irdischen Eltern erklärte (Lk 2,49): „Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?“

Das letzte Mal lesen wir davon, kurz bevor Jesus am Kreuz den Geist aufgab (Lk 23,46): „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ Jesus lebte mit dem Vater, selbst in grösster Todesangst. Er lehrt uns, unsere Gebete mit den Worten zu beginnen (Mt 6,9): „Unser Vater [Papi] im Himmel ...“ Diese Ansprache war den Juden völlig fremd. Abba war ein alltägliches Wort, das in den Familien oft vorkam. Niemals hätte sich ein Jude gewagt, dem allmächtigen Gott „Papi“ zu sagen. Jesus lehrt uns eine neue Nähe zum himmlischen Vater.

Darum, lasst uns von diesem Privileg gebrauchen machen und mit unserem himmlischen Papi in den Alltag gehen!